Eine Riesenspinnen- und Insektenausstellung hat Besucher in Hecklingen am Sonntag begeistert. Über 80 exotische Raritäten waren zu sehen. Von einer australischen Gespenstheuschrecke bis hin zur Rotknievogelspinne aus Mexiko - Sogar ein Tier, das demnächst in einem Kinofilm von Michael "Bully" Herbig sein Netz über die Leinwand spinnen wird, reiste mit.

Hecklingen. Sie webt ihr Netz in Windeseile. Die Radnetz-Spinne aus Australien. Ein bisschen ähnelt sie einem Weberknecht, nur ein bisschen größer und schneller, wenn es darum geht, ihre Beute einzuwickeln. Ihre Artgenossen werden dieser Eigenschaft wegen sogar im Labor gezüchtet. "Für den medizinischen Zweck", weiß einer, der sich mit Spinnen & Co. bestens auskennt. Thomas Sperlich hat die verschiedensten Exemplare aus aller Herren Länder selbst schon gezüchtet, seit zehn Jahren hat er sich den krabbelnden Raritäten verschrieben. Selbst besitzt er über 80 Tiere. In Hecklingen zeigte er sie erstmals am Sonntag mit einer Ausstellung.

In Hecklingen hat der tierische Star Ruhe

Aber zurück zur Radnetz-Spinne und der Frage, wie sie zum Filmstar wurde. "Wir waren mit einer Ausstellung im vergangenen Jahr im Raum München unterwegs", berichtet Sperlich. Dort sei in den Bavaria-Filmstudios gerade der neue Kinofilm zum Nachfolger von "Wickie und die starken Männer" gedreht worden, erinner er sich. Das Team habe noch eine Spinne gesucht, die sich vor der Kamera und vor den Augen von Günther Kaufmann, der im neuen Streifen einen schrecklichen Piraten spielt, abseilt. "Unsere Spinne hat beste Arbeit geleistet. Nach 20 Versuchen war die Szene im Kasten. Es ging relativ schnell", schmunzelt Sperlich.

In Hecklingen konnte sich der tierische Movie-Star am Sonntag ausruhen. Neugierige Blicke zog aber nicht nur die Original-Spinne aus dem Film, der Sperlich zufolge Ende September in die Kinos kommt, auf sich.

Vor allem die vielen riesigen Vogelspinnen interessierten die Besucher. "Meiner Ansicht nach sind es die bestens Haustiere", sagt Sperlich. Sie seien pflegeleicht, die Größten unter ihnen - also solche, die in Hecklingen zu sehen waren - seien zudem für den Menschen nicht gefährlich. Ihr Biss sei nicht giftiger als ein Bienenstich, weiß der Experte.

Er informierte das Publikum am Sonntag weiter:. "Vogelspinnen haben acht Augen, sind aber trotzdem blind. Sie sehen und hören mit ihrer Körperbehaarung." Damit erkennen sie Vibrationen sofort, sie verhalten sich eher ruhig. "Die Vogelspinne liegt auf der Lauer." Und was fressen die Riesenspinnen? "Wir geben ihnen Heuschrecken und Schaben. In der Natur machen sie aber auch vor Mäusen nicht halt."

Wie es sich anfühlt, eine Spinne zu berühren, war für Besucher am Sonntag in Hecklingen gleichfalls zu erleben. Wer wollte, konnte auf Tuchfühlung gehen.

Selbst Kinder schreckten nicht zurück

Selbst Kinder schreckten nicht zurück. Hannes Büchtemann, der mit seiner Familie aus Güsten gekommen war, konnte es kaum erwarten. Er sei großer Insektenfan und "Spinnenliebhaber", sagte der Junge vor seiner ersten Begegnung mit eine Rotknievogelspinne aus Mexiko. Behutsam krabbelte das rund 15 Zentimeter große Tier auf die Hand des Jungen. "Eine tolle Erfahrung", stellte sich für ihn danach heraus.

"Unsere Kinder sind ganz scharf auf die Spinnen. Sie finden sie ganz toll", sagte Besucherin Michaela Brückner, dass ihr Sohn und die Tochter keine Angst haben.

Interessiert, aber dennoch skeptisch zeigte sich Ulrich Gebhard. "Anschauen ja, aber anfassen nein", sagte seine Frau, dass sie Spinnen unangenehm findet. Trotzdem, die Ausstellung sei mal etwas ganz anderes, äußerte sie sich während des Rundgangs am Ende dann doch begeistert.

Thomas Sperlich wird mit seiner Riesenspinnen- und Insektenausstellung in Kürze erneut Station im Salzlandkreis einlegen. In Staßfurt ist er mit seiner Schau am Sonnabend, dem 7. Mai (14 bis 18 Uhr) und am Sonntag, 8. Mai, (10 bis 18 Uhr) im Salzlandcenter zu erleben.

 

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