Löderburg. In der Löderburger Kita Zwergenland wirken viele ehrenamtliche Helfer. Christine Müller beispielsweise unterstützt die Erzieherinnen bei ihrer täglichen Arbeit - waschen, ausziehen, anziehen. Doris Kraa unterhält die Sprösslinge mit Puppenspielen. Und Kerstin Blaszynski hat die Obhut über die Kinderbibliothek. Alle haben wir in den vergangenen Wochen vorgestellt.

Doch es gibt noch eine Vierte im Bunde der Ehrenamtlichen. Sie agiert im Verborgenen. Sie arbeitet selten mit, aber immer für die Kinder.

Sandra Schneider ist die gute Seele des Büros. Seit knapp anderthalb Jahren unterstützt sie Kitaleiterin Beate Koch in Sachen Zettelwirtschaft, Ablagesystem und Terminplanung. Als gelernte Bürokauffrau weiß die 38-Jährige, was zu tun ist. Und vor allem wie es zu tun ist. Schnelligkeit, Routine und Umsicht zeichnen sie aus.

Wie das Büro ohne Sandra Schneiders Arbeit aussehen würde, daran möchte Beate Koch gar nicht denken. "Unsere Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren enorm verdichtet", sagt sie. "Ich wüsste gar nicht, wann ich die ganzen Schreibarbeiten noch machen sollte."

Sandra Schneider kommt in der Regel ein Mal pro Woche. Dann aktualisiert sie Gruppenlisten, formuliert Anschreiben und Aushänge, bereitet Veranstaltungen vor und kümmert sich um die Ablage.

"Oftmals ist sie unser Rettungsanker."

Doch damit nicht genug. Sandra Schneider geht auch auf Sponsorensuche und untersstützt die Erzieherinnen regelmäßig bei ihren Projekten. "Oftmals ist sie unserer Rettungsanker", macht die Kita-Leiterin deutlich.

Für Sandra Schneider ist die Hilfe selbstverständlich. "Es ist ja nicht so, dass ich mich dazu zwingen müsste", sagt sie. "Ganz im Gegenteil, die Arbeit macht mir sehr viel Spaß."

Derzeit ist die 38-Jährige arbeitssuchend. Ihre Tätigkeit in der Kita, helfe ihr - in der Hoffnung wieder eine Anstellung zu finden - die Routine zu behalten. Eben nicht aus der Übung zu kommen. Und wenn die gebürtige Staßfurterin, die vor zwölf Jahren nach Löderburg zog, wieder Arbeit finde, würde sie auch weiterhin der Kita-Leiterin unter die Arme greifen. "Ich weiß ja, wie miserabel der Personalschlüssel hier ist", sagt sie.

Hin und wieder drängt es Sandra Schneider jedoch aus dem kleinen Büro, hin zu den Kindern. Dann genießt die Mutti einer zehnjährigen Tochter das Gewusel um sie herum. Je mehr los ist, desto besser.

"Kinder machen mir einfach unheimlich viel Freude", gesteht sie. "Die Lebenslust und Offenheit der Kleinen tun mir einfach gut." Kinder seien glücklicherweise noch mit sich und der Welt im Reinen. Sie seien so wunderbar problemlos. Davon könnten die Erwachsenen unbedingt zehren. "Würde ich meine Berufswahl noch einmal treffen können", sagt sie, "dann wäre ich Erzieherin geworden."