Fünf Familien, die auf der östlichen Seite des Georg-Büchner-Weges im Südosten der Stadt Staßfurt wohnen, haben sich mit einer Petition an den Ausschuss für Bau, Sanierung, Wirtschaft und Verkehr des Stadtrates gewandt. Dieses Gremium hat sich mit dem Ansinnen der Anlieger in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Staßfurt. "Wir sind zwischen 60 und 70 Jahre alt und wohnen 36 Jahre lang in dieser Straße. Nun fühlen wir uns von den zunehmenden Autos bedrängt und in unserer Sicherheit beeinträchtigt", berichtete Waltraud Specht den Abgeordneten. Streitpunkt ist der Fußweg, der nach der Straßensanierung auf der östlichen Seite asphaltiert werden sollte. In diesem Zusammenhang wurde der Bord weggenommen. Als Abgrenzung zum Fußweg wurden die vorhandenen Betonplatten eingesetzt. "Damit war für uns klar, dass es auf der östlichen Seite einen Fußweg mit abgesenktem Bord gibt - eine durchaus übliche Verfahrensweise in Wohnsiedlungen mit schmalen Straßen", so die Anlieger in ihrem Schreiben.

Sie verwiesen darauf, dass sie ihre Anliegerpflichten 36 Jahre lang treu und brav erfüllt haben. Um so unerklärlicher ist für sie die Tatsache, dass sie von den Anliegern der westlichen Seite, die über einen mit Betonsteinen abgetrennten Fußweg verfügt, plötzlich aufgefordert wurden, nach der gültigen Straßenreinigungssatzung der Stadt im Wechsel diesen Fußweg und nicht mehr ihren eigenen zu säubern beziehungsweise von Schnee zu befreien.

Das wollte die östliche Seite nicht auf sich sitzen lassen und forderte ein Gespräch in der Stadtverwaltung, das aber kein Ergebnis brachte, so dass sich nach Einschätzung der fünf Familien dort durch diese Situation ein erheblicher Nachbarschaftsstreit entwickelt hat.

Ausschuss und Rathaus suchen nach Lösung

Sie verlangen eine konkrete Festlegung der Stadt, dass es sich bei dem Georg-Büchner-Weg um eine Straße mit zweiseitigem Gehweg handele, so wie es dort immer gewesen sei und auch gehandhabt wurde.

Die wollte Verkehrsplaner Günther Roddewig unter Hinweis auf das Straßengesetz nicht geben. Danach muss ein Gehweg durch einen Bord und einen unterschiedlichen Bodenbelag von der Fahrbahn abgetrennt sein. Die Stadt müsse die Sicherheit der Bürger gewährleisten.

Der stellvertretende Ausschusschef Klaus Stops (Fraktion CDU/offene Liste), der vor Jahren Chef des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Aschersleben-Staßfurt war, sagte, wenn die Durchfahrbreite dieser Straße weniger als 2,50 Meter betrage, müsste man dort eine Einbahnstraße einrichten. "Das wird wohl mehr Probleme bringen als die Modifizierung der Straßenreinigungssatzung", glaubt der Abgeordnete.

Harald Weise (Unabhängige Bürgervertretung) sieht auf der Seite mit fehlenden Fußweg eine Gefahr für die Anlieger, wenn sie mit ihrem Auto von den Grundstücken fahren und die Sicht wohlmöglich auch noch durch parkende Autos verdeckt wird. Athenslebens Ortsbürgermeister Jürgen Kinzel (Fraktion Linke/offene Liste) hingegen wunderte sich über die Diskussion. "In den Ortsteilen gibt es in den Straßen meistens nur einen Fußweg." Während der Chef der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, anbot, dort Parkbuchten zu schaffen, verlangte Niko Zenker (SPD) von der Stadtverwaltung eine Nachprüfung, wer den Abriss des Fußweges auf der östlichen Seite damals veranlasst hat.

Die Ausschussmitglieder verständigten sich am Ende darauf, zunächst Erkundigungen anzustellen. Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann soll in der Sitzung am Montag, dem 2. Mai, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Lösungsvarianten zu präsentieren.