In Hecklingen steht eine seltene Pflanze derzeit in voller Blüte. Das geschützte Adonisröschen gedeiht im Weinbergsgrund. Besonders kalkhaltiger Boden lässt dort nicht nur das gelbe Blümlein im Frühjahr gelb leuchten. Das Naturschutzgebiet hat weitaus mehr zu bieten. Die Volksstimme hat bei der Naturschutzbehörde des Salzlandkreises nachgefragt und erfahren, was den Weinbergsgrund in Hecklingen auszeichnet. Mit speziellen Pflegemaßnahmen soll die Einzigartigkeit der Natur erhalten bleiben.

Hecklingen. "Der Weinbergsgrund ist ein sehr artenreiches Gebiet und beherbergt eine große Zahl seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten, welche besondere Ansprüche an ihre Lebensräume stellen", sagt Dr. Michael Kahl vom Umweltamt der Landkreisverwaltung. Er erklärt, dass viele der im Weinbergsgrund vorhandenen Lebensräume, damit meint er Biotope, gesetzlich geschützt sind. "Zu den auffälligsten Seltenheiten des Gebietes gehört auch das Frühlingsadonisröschen", weiß der Fachmann.

"Adonis vernalis", so lautet der lateinische Name der kleinen Rarität, die geschützt ist und nicht gepflückt werden darf, auch weil die Blume giftig ist.

Bleibt zu fragen, warum die schöne Seltenheit so selten ist. Der Fachmann erklärt: "Das Adonisröschen benötigt als Lebensraum kalkbetonte Trockenrasen." Diese Voraussetzungen seien in unserem Raum, bei dem es sich Kahls Worten zufolge um ein sogenannte "herzynisches Trockengebiet in Regenschatten des Harzes" handele ebenso wie im Thüringer Becken gegeben. Die Regionen zählen daher mit zu den Hauptverbreitungsgebieten der Pflanze in Deutschland.

Und das soll auch so bleiben. Spezielle Maßnahmen seien nötig. Denn leider, so Kahl, seien diese seltenen Lebensräume heute durch fehlende Nutzung oder nachfolgende Verbuschung bedroht. "Aus diesem Grunde sind diese Lebensraumtypen durch europäisches Naturschutzrecht geschützt und der Weinbergsgrund ist deshalb FFH - also ein Gebiet gemäß der Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie der EU von 1992." Weiterhin gehöre die Region zum europäischen Schutzgebietssystems "Natura 2000". Die FFH-Richtlinie gebiete die Erhaltung dieser bedrohten Lebensräume.

Für den Weinbergsgrund sei seitens der Naturschutzbehörde deshalb ein Managementplan erarbeitet worden, der die vorhandenen Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume erfasst und entsprechende Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der besonderen Lebensräume vorschlägt.

Ziel sei es, die ehemals vorhandene Nutzung, die zur Entstehung dieser Lebensräume führte, praktisch zu ersetzen.

Danach handelt es sich bei dem Management um eine ganz spezielle Pflege des Weinberggrund. Es soll verhindert werden, dass die Sukzession des Gebietes, also die natürliche Landschaftsentwicklung deren Endstadium in unserem Raum immer Wald ist, weiter fortschreitet, sodass die Biotope verdrängt werden. Und wie sieht das Ganze in der Praxis aus? "Für das Adonisröschen sind die Freihaltung der Grünlandbereiche von Verbuschung und eine Abschöpfung Biomasse durch Mahd oder schonende Beweidung die gebotenen Maßnahmen", informiert Kahl. Er verweist weiter auf einen Link zur Datenbank des Bundesamtes für Naturschutz. Interessierte finden dort weitere Aussagen zum Schutzstatus und zur Bedrohung des seltenen Adonisröschens.

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