Auf Initiative des Staßfurter Stadtrates organisierte der Verein "Zukunftsorientierte Energieregion für Staßfurt" zusammen mit dem einheimischen Bürgermeister René Zok eine Informationsveranstaltung zum Thema Bürgersolaranlagen.

Staßfurt. Daran nahmen im großen Saal der Stadtwerke neben zahlreichen Abgeordneten auch viele branchenbezogene Unternehmer, Vertreter von Planungsbüros und interessierte Bürger teil.

In seiner Begrüßungsansprache stellte Versammlungsleiter und Vereinsmitglied Dr. Manfred Püchel besonders heraus: "Bürgerkraftwerke sind eine Möglichkeit, das Geschäft mit der Energie wieder in Bürgerhand zu legen und sich von Konzerninteressen unabhängig zu machen." Dann referierte Jörg Dahlke, Vorstandsmitglied der Magdeburger Helionat-Energiegenossenschaft, die seit 2007 im Stadtteil Salbke eine Bürgersolaranlage betreibt, über seine Erfahrungen bei der Vorbereitung, Realisierung und dem Betreiben einer derartigen Anlage.

"Als Bürgersolaranlage oder Bürgerkraftwerk bezeichnet man in der Regel eine von Privatpersonen gemeinschaftlich betriebene Photovoltaikanlage", erläuterte Dahlke. Es handele sich dabei um eine Beteiligungsgesellschaft, in welcher die Beteiligten Beiträge investieren, die zur Schaffung einer gemeinsamen Solaranlage genutzt werden. "Die Gründung einer Genossenschaft ist dabei die insolvenzsicherste Rechtsform, da die Haftung sich nur auf das eingebrachte Kapital beschränkt", so der Referent.

"Neben der Erzeugung von umweltfreundlichem Solarstrom sind der Klimaschutz, die Schonung knapper werdender Ressourcen, die Stärkung der eigenen Wirtschaft (Hersteller, Handwerker) und nicht zuletzt eine jährliche Rendite von fünf bis sieben Prozent weitere wesentliche Aspekte." Bei einer installierten Solarzellengröße von 250 Quadratmetern auf den Dächern der Salbker Grundschule wurden im vergangenen Jahr bei 1090 Betriebsstunden 26000 Kilowattstunden erreicht. Auf der Grundlage des Energieeinspeisungsgesetzes (EEG) der Bundesrepublik besteht dafür eine 20-jährige Planungssicherheit.

Anschließend beantwortete Dahlke zahlreiche Fragen der Teilnehmer, so zum Beispiel: "Wo lagen am Anfang die größten Schwierigkeiten?" In der Gründung der Genossenschaft und der Erteilung der Genehmigungen durch die Ämter, lautete die Antwort. "Entstehen Reinigungskosten?" Nein. "Wie groß wird die Lebenserwartung solch einer Anlage eingeschätzt?" 30 bis 35 Jahre, wie auch bei einem normalen Dach.

Weitere Fragen können an den Verein "Zukunftsorientierte Energieregion" mit Sitz in der Staßfurter Grenzstraße 11 (Tel. 039 25/32 95 44), im Internet unter www.zukunftsorientierte-energieregion-stassfurt-ev-de.to oder per E-Mail unter ZO-Energiefuer-Stassfurt-ev@t-online.de gestellt werden.

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