Neundorf. Auf welchem Platz der Prioritätenliste steht der desolate Schulweg in Neundorf und wann wird die Straße endlich grundhaft ausgebaut? Das wollten mehrere Anwohner in der jüngsten Ortschaftsratssitzung von Ortsbürgermeister Burkhard Hennicke beziehungsweise den Ortschaftsräten wissen.

"Der zweite Bauabschnitt der Straße Am Teich und der Bereich am Sportplatz sollten bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt werden. Die Fördermittel dafür standen bereit. Die Stadt hatte jedoch keinen Haushalt", sagte Hennicke. Die Zuschüsse im Rahmen der Dorferneuerung beziehungsweise des Leader-Förderprogramms habe man für dieses Jahr retten können. Wenn die Kommunalaufsicht nach der Verabschiedung des Stadthaushaltes 2011 keine gravierenden Mängel ausmache, gehe es dort mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr los.

"Wenn wieder Geld da ist, ist der Schulweg der nächste, der dran kommt."

Es gebe eine Prioritätenliste, auf der der Schulweg, die Görickestraße, die Lehdestraße, die Klauestraße und der Mühlenweg erfasst seien, sagte der Ortsbürgermeister und fügte hinzu: "Es gibt aber keine Wertigkeit, denn alle diese Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand." Die Umsetzung hänge davon ab, wann und in welcher Höhe die entsprechenden finanziellen Mittel der Stadt bereitstünden.

Das stimme nicht ganz, sagte Hennickes Stellvertreter, Klaus Maaß, unter Hinweis auf den Gebietsänderungsvertrag, den die damalige Gemeinde Neundorf vor der Eingemeindung mit der Stadt Staßfurt geschlossen hatte. Danach habe sich die Stadt im Paragrafen elf verpflichtet, in der Rathmannsdorfer Straße den Fußweg auf Vordermann zu bringen, den Bereich Am Teich auszubauen und dann den Schulweg in Angriff zu nehmen, sagte Maaß. Letzterer sei vorgezogen worden. Maaß: "Wenn wieder Geld da ist, ist der Schulweg der nächste, der dran kommt. Die Anwohner werden in die Vorbereitungen mit einbezogen."

"Wir sind derzeit dabei, die Kosten für den grundhaften Ausbau der Klaue- und der Lehdestraße überschlägig zu ermitteln. Für den Schulweg liegen sie bereits vor. Ich habe die Zahlen jetzt aber nicht im Kopf", sagte der für den Bau zuständige Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung Wolfgang Kaufmann.

"Das vorliegende Projekt für den Schulweg lässt sich aber nicht so umsetzen." Darauf machte der Ortsbürgermeister aufmerksam. Dort gebe es Höhenunterschiede. Dadurch gebe es auch Probleme mit der Ableitung des Oberflächenwassers, sagte Hennicke.

Niko Zenker (SPD) verwies darauf, dass der Ortschaftsrat nicht über das Geld für diese Investition verfügen könne. "Wenn wir es hätten, würden wir reagieren", sagte Zenker. Der Ortschaftsrat habe keine Kompetenzen mehr wie früher und keine Finanz- und Planungshoheit mehr wie der Gemeinderat. Er könne dem Stadtrat und der Stadtverwaltung lediglich Empfehlungen geben. Am Ende müsse der Stadtrat solchen Vorhaben seinen Segen geben. Damit reagierte Zenker auf die scharfen Anwürfe der erbosten Anwohner, unter anderem auch auf die von Lutz Schnitzker, was der Ortschaftsrat in dieser Angelegenheit zu tun gedenke.