Giersleben/Güsten (fr). Freitische für bedürftige Kinder in den vier Grundschulen der Verbandsgemeinde (VBG) Saale-Wipper wurden für die Sitzung des Verbandsgemeinderats auf Antrag der Linkspartei-Fraktion am Donnerstagabend thematisiert. Der Vorsitzende Dr. Harald Lütkemeier (Bürgerfraktion) erklärte, dass die Schulträger laut Schulgesetz im Einvernehmen mit dem Schülerrat, Eltern und Schulen in besonderen Fällen eine tägliche warme Vollwertmahlzeit kostenlos zu gewähren hätten.

Das ist bislang nicht festgeschrieben. Ernst-Hermann Brink (Linke) meinte, die Hartz-IV-Familien würden immer mehr werden. Wolf Beinroth (Bürgerfraktion) wollte eine Größenordnung für den Bereich der VBG wissen. Gehe man von einem Anteil von 25 Prozent der Kinder aus, so Brink, betreffe das bei insgesamt 360 etwa 80 Kinder. Gerhard Malkowski (CDU/FDP-Fraktion) hatte zuvor von der Stiftung Kaiser berichtet, die in Güsten schon seit zehn Jahren Kinder aus bedürftigen Familien in Form von Essenbeiträgen unterstütze. Pro Fall wären 300 Euro im Jahr aufzubringen. Demnach kam man auf Kosten von 25 000 Euro, die man im Haushalt der VBG einplanen müsste, sollte die Verbandsgemeinde die Freitische künftig tragen. "Wenn wir das wollen und können, würde ich das nur empfehlen", so Malkowski. Er betonte noch, dass das Essengeld nicht erst an die Eltern sondern direkt für die Essenversorgung übertragen werde.

Gabriele Rotter von der Verwaltung sagte, dass das Thema schon länger diskutiert werde, nachdem ein Elternteil das bei einer Schulausschusssitzung in Plötzkau angesprochen habe.

Aus ihrer Erfahrung in Staßfurt wisse sie, dass diese Stadt im Jahr tatsächlich etwa 3000 Euro für Freitische aufbringe. "Für die Saale-Wipper würden demnach etwa 1000 Euro sicher erstmal reichen", so Rotter. Der Rat war sich einig, die Anträge nach Richtlinie zu behandeln und stimmten für den Vorschlag der Verwaltung.