Güsten. In der katholischen Kirche der Ränzelstecherstadt fand am sonnigen Nachmittag des diesjährigen Muttertages ein Konzert mit Orgel- und Instrumentalmusik aus verschiedenen Zeitepochen statt. Zum Auftakt erklang "Toccatina", auf der Orgel gespielt vom Bernburger Regionalkantor der St. Bonifatius-Kirche, Josef Müller. Bei dieser Komposition vom Organisten und Pädagogen Gordon Balch Nevin (1893 bis 1943) aus Cleveland/Ohio war deutlich zu hören, dass sie dem US-amerikanischen Verständnis für Orgelmusik entsprach.

Das sich anschließende Stück aus der Feder des englischen Dirigenten und Komponisten Malcom Archer (geboren 1952), der lange Jahre als Musikdirektor der ehrwürdigen Londoner St.-Pauls-Cathedral fungierte, wirkte dagegen zwar moderner, aber eben doch klassisch britisch.

Danach wurde das Konzert vor dem Altar des Gotteshauses von einem Quartett fortgesetzt, denn der Regionalkantor musizierte nun am Cembalo gemeinsam mit Gabriele Zott (Violine), Dr. Rudolf Ude (Flöte) und Petra Pröseler (Violoncello). Aus der "Sonata D-Dur" von Georg Philipp Telemann (1687 bis 1741) waren die Sätze Allegro, Allegro assai, Andante und Vivace zu hören.

Dann folgten weitere Kompositionen aus den letzten Jahrhunderten, die jeweils ihren Zeitgeist zum Ausdruck brachten.

Mit der "Triosonate G-Dur" von Johann Quantz (1697 bis 1773), wiederum auf der Orgel gespielt, endete ein ausgezeichnetes Konzert, das mehr Zuhörer verdient hätte.