Der neue Bauminister Thomas Webel (CDU) nutzte gestern seinen Antrittsbesuch in Staßfurt dazu, ein Energieeffizienz-Gütesiegel für die 100 Jahre alten Jugendstil-Häuser mit 32 Wohnungen am Schäfereiberg 1-4 zu enthüllen. Außerdem ließ er sich zeigen, welche Pläne die Stadt nach der IBA-Zeit hat.

Staßfurt. "Die Mieter hier in den Jugendstilhäusern können mit etwa 50 Prozent weniger Energiekosten rechnen als herkömmlich", fasste der Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt, Dr. Dieter Naumann, zusammen, welchen Nutzen die grundhafte Instandsetzung und die Investitionen in modernste Energietechnik für insgesamt 4,3 Millionen Euro gebracht hat. Der Einsatz von Solarthermie, kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerück- und Erdwärmegewinnung reduziere den Primärenergiebedarf nachweislich um 91 Prozent von 330 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr auf 49.

Dafür das Siegel der Deutschen Energie-Agentur (Dena). "Die Bewohner hier können nun sicher sein: Wo Energieeffizienz drauf steht, ist auch Energieeffizienz drin", erklärte Christian Stolte von der Dena.

Bauminister Thomas Webel zeigte sich beeindruckt und lobte den Mut der Staßfurter für diese Investitionen. Die würden zum Bemühen des Landes passen, die Innenstädte in Sachsen-Anhalt wiederzubeleben. "Wir wollen die Menschen animieren, hier zu bleiben oder gar zurückzukehren", so Webel.

Energieeffizienz sei auch für ältere Häuser zu realisieren, meinte der Minister, der sich bei Familie Sura auch von den schönen Wohnungen überzeugen konnte. Wenn 450 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart werden können, wie mit diesen vier Mehrfamilienhäusern, sei das der richtige Weg, die Klimaziele zu erreichen. Strom sparen allein reiche einfach nicht.

"Fukushima hat weitreichende Auswirkungen, auch für uns"

Derweil arbeitet die Wohnungs- und Baugesellschaft an den nächsten Vorhaben in Sachen Energieeffizienz. Die fallen mit den Häusern 14-16 in der Schillerstraße etwas kleiner aus. Aber geplant sind auch schon die Häuser 1-5 in der Stillen Straße.

Dr. Naumann: "Fukushima hat weitreichende Auswirkungen, auch für uns. Bei unseren nächsten Planungen wird unter anderem an Stromerzeugung gedacht mit solchen Dingen wie Mini-Blockheizkraftwerken und Brennwerttechnik."

Der Bauminister ließ sich schließlich gern von Oberbürgermeister René Zok über die Bodebrücke zum Stadtsee führen, um weitere Bauvorhaben in der Stadt kennenzulernen. Zok brachte dabei seinen Dank zum Ausdruck, dass der neue Minister Staßfurt als eine der ersten Städte besuche und wertete das als Zeichen der weiteren guten Zusammenarbeit mit dem Ministerium.

So hörte Webel unter anderem, dass die Staßfurter zum Ende des Jahres mit dem Baubeginn der neuen Brücke zwischen Steinstraße und Prinzenberg rechnen können. Für Fußgänger und Radfahrer werde während der Bauzeit eine Möglichkeit geschaffen, hier die Bode zu überqueren.

Am Stadtsee erläuterte Günter Graviat von der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft, welche Alternative die Stadt zum gestorbenen Projekt Kompetenzzentrum habe. Für die Wohnbebauungspläne seien bereits Fördermittelanträge gestellt. Und dafür, dass Staßfurt in diesem Jahr nicht so reich mit Fördermitteln gesegnet sei, würde man sich freuen, 2012 und 2013 damit rechnen zu können, so die Bitte an den Minister.

   

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