In Staßfurt hat Landrat Ulrich Gerstner (SPD) gestern Nachmittag die neue Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) des Salzlandkreises offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Der Um- und Ausbau dieser modernen Dienstleistungs- und Schulungseinrichtung für die 104 Freiwilligen Feuerwehren des Kreises kostete insgesamt rund 1,85 Millionen Euro.

Von René Kiel

Staßfurt. Bei der Suche nach einem leistungsfähigen Standort, an dem man die drei Feuerwehrtechnischen Zentralen der Altkreise zusammenführen könne, habe sich das am zentralsten gelegene Staßfurt angeboten, sagte der Kreischef.

Mit der Kapazitätserweiterung in der Hecklinger Straße konnte der Kreis die anderen beiden FTZ in Plömnitz und Calbe, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen haben, aufgeben. "Durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung konnte auch gegenüber dem Landesverwaltungsamt nachgewiesen werden, dass sich die geplanten finanziellen Aufwendungen mittelfristig rentieren", betonte Gerstner.

Der Baustart erfolgte 2009. Zu einem Verzug kam es durch archäologische Untersuchungen, bei denen das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit der Dorfstelle Kakelingen Reste der Vorläufersiedlung von Hecklingen sichern konnte. Die dadurch entstandenen Mehrkosten in Höhe von 25 000 Euro musste der Landkreis tragen.

Dafür kam ihm aber das Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu Hilfe. Mit den somit aus dem Kreishaushalt freigewordenen 300 000 Euro konnten in der FTZ kombinierte Schulungsräume für die Ausbildung der Feuerwehr-Kameraden geschaffen werden, die im Ernstfall auch vom Katastrophenschutzstab des Kreises genutzt werden. "Das hat sich bei der Hochwasserlage 2011 im Salzlandkreis bereits bewährt", sagte der Landrat. "Dadurch", so fügte er hinzu, "konnten in den Kreishäusern Aschersleben, Bernburg und Schönebeck die separaten Stabsräume entfallen."

Zu den umfangreichen Baumaßnahmen in Staßfurt gehörten der Abriss eines älteren Gebäudeteils und die damit verbundene Erweiterung und Befestigung der Hofflächen, die Erneuerung der Notstromversorgung und der Heizungsanlage, Maurer- und Sanitär- und Malerarbeiten sowie der Abriss und der Neubau einer Einstellhalle. "Zusätzliche Mittel aus der Feuerschutzsteuer ermöglichten die Instandsetzung und malermäßige Gestaltung des Schlauchtrockenturms", sagte Gerstner. Die Gesamtinvestitionssumme gab er mit 1,85 Millionen Euro an. "Davon haben insgesamt 32 Firmen der Region profitiert", so der Kreischef.

Geplant ist nun, die Öffnungszeiten zu erweitern, so dass die Feuerwehren auch in den Abendstunden und an den Sonnabenden von den sieben Mitarbeitern zum Beispiel ihre Atemschutztechnik in Staßfurt überprüfen und ihre Schläuche reinigen lassen können.

"Jetzt haben unsere Mitarbeiter hier hervorragende Arbeitsbedingungen. Darauf sind wir stolz", sagte FTZ-Chef Frank Lingner beim Rundgang.