Staßfurt/Westeregeln. Die Anwohner der Hadmerslebener Straße, von Schacht III, der Weithochstraße, An den Steinkuhlen und am Kalkberg in Westeregeln haben sich mit einer Petition an den Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) "Bode-Wipper" in Staßfurt gewandt.

Darin fordern sie, ihre Grundstücke nicht wie seit Jahren geplant an das zentrale Schmutzwasserentsorgungssystem des Abwasserzweckverbandes "Bodeniederung" in Auflösung anzuschließen.

Die Grundstückseigentümer sind der Auffassung, dass eine solche Investition nicht notwendig ist, heißt es in dem Schreiben.

Sie wollen stattdessen die Genehmigung für den Bau von Biokläranlagen auf ihren Grundstücken. Die Mittel, die für den Anschluss an das Kanalnetz geplant waren, sollte man zur Erhaltung und Entschuldung alter Anschlüsse verwenden, schlagen die Westeregelner Bürger vor.

Dr. Joachim Rosenthal, der Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserzweckverbandes "Bode-Wipper", der die Aufgaben des Abwasserzweckverbandes "Bodeniederung" zum 1. Januar übernommen hatte, hat sich mit dem Sachverhalt bereits beschäftigt.

Um die Wünsche der Wester-egelner Bürger erfüllen zu können, müsste der Verband sein Abwasserbeseitigungskonzept für diesen Bereich ändern und mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises abstimmen. Die vorliegende Version sehe einen Anschluss der Grundstücke in diesen Straßen an das zentrale Netz und eine Ableitung des dort anfallenden Schmutzwassers in die Kläranlage nach Hecklingen vor, sagte Dr. Rosenthal.

Er glaubt aber nicht, dass eine Änderung auf Zustimmung der Behörden stoßen wird, denn 156 Einwohner, die in dem betreffenden innergemeindlichen Bereich von Westeregeln leben, zu entsorgen, sei auf zentralem Wege nicht kostenungünstiger als über Biokläranlagen. "Das liegt dort alles im wirtschaftlichen Rahmen", sagte Dr. Rosenthal.

Anders sehe es zum Beispiel im Ortsteil Strummendorf der Gemeinde Giersleben aus. "Hier wäre ein Kanalanschluss eine völlig unwirtschaftliche Lösung", sagte der WAZV-Geschäftsführer. Aus diesem Grund seien die Grundstücksbesitzer in diesem Ort vom Anschluss- und Benutzungszwang befreit worden.

Wie Dr. Rosenthal informierte, werde er in der heute um 16 Uhr am Verbandssitz in Staßfurt stattfindenden Sitzung der Verbandsversammlung die Petition der Westeregelner Bürger vorstellen.

"Alle, die das bis jetzt versucht haben, sind davon wieder zurückgetreten"

Er appellierte aber schon jetzt an sie, sich ihr Anliegen noch einmal ganz genau zu überlegen. "Alle, die das bis jetzt versucht haben, sind davon wieder zurückgetreten", sagte Dr. Rosenthal. Denn die Anschaffung, die Wartung und die Betriebskosten für die privaten Biokläranlagen seien nicht gerade billig und würden vom Land nicht gefördert, gibt der Geschäftsführer zu bedenken.

Wenn eine solche dezentrale Lösung preiswerter wäre als der Anschluss an das zentrale Netz, hätten das schon viel mehr Grundstücksbesitzer gemacht.

Eine weitere Unsicherheit für die Betroffenen sei, dass heute niemand mit Gewissheit sagen könne, was nach dem Ablauf der Garantiezeit von 15 Jahren passiere, ob von den entsprechenden Behörden dann nicht doch der Anschluss an das zentrale Entsorgungssystem gefordert werde.