Lesen beflügelt bekanntlich die Fantasie. Für Kinder aus Schneidlingen bot ein ganz spezielles Märchen auf einem Lese-Camp dafür kürzlich den besten Stoff. Oben drauf gab es spät am Abend noch eine besondere Herausforderung. Die Überraschung hatte aber mehr was mit Theater zu tun, als mit bloßem Vorlesen.

Schneidlingen/ Cochstedt. Kinder der Grundschule Schneidlingen sind kürzlich auf Märchen-Reise gegangen. Die Rede ist von einer Leseveranstaltung für die zweiten Klassen. Wie daraus ein ganz besonderes Erlebnis wurde und wie es startete, hat Lehrerin Birgit Schneider in einem Ausflugsbericht notiert. Spannung habe sich nach einem für die Kinder anstrengenden Schultag schon mit einem Ortswechsel angekündigt, denkt die Lehrerin mit Freude an den Anfang der Veranstaltung zurück.

Fernab der Schule, die sich im benachbarten Groß Börnecke befindet, sollten die Zelte aufgeschlagen werden. Dazu Schneider: "Schon seit einiger Zeit waren die Kinder der zweiten Klasse der Grundschule Schneidlingen mächtig aufgeregt. Denn endlich sollte der lange geplante Leseabend stattfinden. Die Mädchen und Jungen fanden sich Punkt 17 Uhr auf dem Cochstedter Hundeplatz ein. Hier hatten die Elternvertreter ein Domizil für den Märchen-Leseabend gefunden."

Das Abenteuer konnte starten. Es drehte sich um ein ganz spezielles Titelmärchen. "Spiegelein, Spiegelein an der Wand ..." Das Zitat einer Schwiegermutter daraus lässt erahnen, worum es ging. "Schneewittchen und die sieben Zwerge" gab den jungen Teilnehmern viele Aufgaben auf. Fach übergreifend, nicht allein das Vorlesen stand im Vordergrund. Schneider erklärt, was zu tun war. Zunächst sei es darum gegangen, dass die Kinder die Figuren genauer zu beschreiben hatten. Zudem galt es, Verkleinerungsformen zu finden und Spiegelnachrichten zu lesen. "Märchen-Schnipsel mussten geordnet und Zwergen-Siebensachen sortiert werden."

Auch die Mal- und Rechenfreunde kamen auf ihre Kosten. Die Projektleiterin kann sich auch daran erinnern, welche Fragen, den ein oder anderen besonders ins Schwitzen brachten. "Wie viele Teile wäscht Schneewittchen, wenn sie alle Zipfelmützen, Jacken, Hosen, Unterhemden und Unterhosen der Zwerge wäscht und wie viele Wäscheklammern benötigt sie, wenn sie für jedes Teil zwei Wäscheklammern benutzt? Die richtigen Lösungen zu finden, sei bei den Jüngsten gut angekommen.

Zudem habe ein jedes Kind seine frisch erworbenen Kenntnisse aus dem Unterricht etwa zum kleinen Einmaleins sehr praktisch anwenden können.

"Einige kleine Erfrischungen und Süßigkeiten - dargereicht von den Elternvertretern oder den Lehrerinnen und Spielpausen - hielten die aufgeweckte Klasse bei Laune. Nach einem leckeren Grillimbiss mit selbst gemachtem Nudelsalat, wurde noch einmal eine Riesenkatze aus dem Sack gelassen."

Letztere Überraschung sollte zum Höhepunkt des Abends werden. Das wiederum war aber mit einer Aufgabe verbunden. Bis 21 Uhr galt es sie zu meistern. Für die MärchenBande eine gelungene Herausforderung. Ideen mussten gefunden werden. Die Sprösslinge und ihre Eltern sollten es schaffen, eine abgespeckte Theateraufführung des Märchens der Gebrüder Grimm zu präsentieren." Gesagt getan: "Mit viel Spaß, sowie passenden Kostümen und anderen Utensilien ging es an die Arbeit." Das Ergebnis habe sich sehen lassen können. Den Müttern und Vätern sei ein Lächeln bei spontanen Einlagen der kleinen Darsteller über die Lippen gehuscht.

Schneiders Fazit: "Eine gelungene Veranstaltung. Zufrieden und glücklich machten sich Kinder, Eltern und Lehrer auf den Heimweg. An dieser Stelle vielen Dank an alle Mit-Organisatoren."