Glöthe. Schlangestehen war gestern in Glöthe angesagt. So sehr begehrten dort die Bauernmarktbesucher noch warmes Stichfleisch oder gekochte Herzen. So was gibt es nicht jeden Tag. Schon gar nicht von Schweinen, die Tags zuvor noch grunzten - in überschaubaren Ställen gleich um die Ecke.

"Hoffentlich reicht\'s auch. Aber das ist nunmal so. Irgendwann sind die Kapazitätsgrenzen erreicht", meinte Gastgeber Ingo Wöhler. Auf dem Hof der Landfleischerei Glöthe herrschte beim mittlerweile 10. Bauernmarkt mit Schlachtefest großer Trubel. Sehr großer Trubel für einen Ort mit 800 Einwohnern.

"So ein Markt steht und fällt oft mit nur einer Person"

"So ein Markt steht und fällt oft mit nur einer Person", zeigte sich auch Andrea Drößler vom Landesbauernverband erfreut über die Resonanz. "Wenn sich jemand für so einen Markt engagiert, klappt das auf jedem Dorf. Es muss ja nicht jede Woche sein wie in Derenburg/Harz." In Glöthe ist es einmal im Jahr. "Mehr schaffen wir kräftemäßig nicht", so Wöhler, der vor zehn Jahren mit drei Ständen begann.

Die Leute kauften gestern jedenfalls was das Zeug hielt: hausgemachte Schmorwürste vom Grill, Honig aus Dobritz, Fisch aus Deetz, Eis aus Staßfurt. Die Ökostation Neugattersleben präsentierte sich und informierte über Veranstaltungen. Guten Umsatz machte derweil eine Gärtnerei aus Calbe. Alles Produkte aus der Nachbarschaft und Region zwischen Jerichower Land und Zerbst. "Das letzte Jahr war ziemlich verregnet, aber dieses Mal lohnt es sich", meinte Bärbel Warnke. Sie sah nicht nur den Umsatz, sondern auch die Chance, ihren Ziegenhof bekannt zu machen, die Leute auch mal nach Lindau zu locken. Am 28. Mai hat man dazu die Möglichkeit anlässlich des landesweit veranstalteten Tag des offenen Hofes. Da sollen die Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Dieses Datum hat sich auch die Calbenser Bollenkönigin Monique I. vorgemerkt, die sich gestern ebenfalls auf dem Glöther Bauernmarkt zeigte. "Am Sonnabend bin ich beim Spargelfest in Hohenseeden, am 28. Mai beim Tag des offenen Hofes in Üllnitz", zählt die Physiotherapeutin im Babyjahr auf. 50 Auftritte habe sie bis zur Wahl der neuen Bollenkönigin am 1. Septemberwochenende in Calbe. "In meiner Amtszeit bin ich viel rumgekommen, habe viele Leute kennengelernt", erzählt die Tornitzerin. Auch das gehört zu Markten wie in Glöthe.

Das nächste Schlachtefest der Region findet übrigens am 28. Mai bei Kleins in Hohenerxleben statt.

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