HIV/Aids ist ein sensibles Thema. Um den Schülern des Dr.-Frank-Gymnasiums das nötige Feingefühl für diese Thematik und vor allem tiefgründiges Wissen über das Virus zu vermitteln, lud die Schule den "Aids-Truck" des Internationalen Katholischen Missionswerkes zu sich ein.

Staßfurt. Der Südafrikanische Präsident, Jacob Zuma, der bekennender Polygamist ist, habe einmal gesagt, dass eine Dusche nach dem Geschlechtsverkehr reiche, um sich vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus zu schützen. Mit diesem Beispiel machte die 22-jährige "Missio"-Referentin, Brigitte Rolfes, die selbst ein Jahr in Afrika lebte und somit weiß, wovon sie spricht, deutlich, wie es um die Gesundheitspolitik des schwarzen Kontinents bestellt ist. "In Anbetracht dessen, dass die meisten Menschen dort weder lesen noch schreiben können, schenken sie dem Wort des Präsidenten Glauben", erklärt sie. So ist es nicht verwunderlich, dass Zweidrittel der Bevölkerung Afrikas das Virus in sich trägt.

Doch nicht nur in Afrika ist es um die Aufklärung schlecht bestellt. Auch in Deutschland infizieren sich noch immer bis zu 3000 Menschen jährlich mit dem tödlichen Virus. In Sachsen-Anhalt waren es im Jahr 2009 40 Menschen. Sieben Betroffene sind aus dem Salzlandkreis bekannt.

Um weiterhin für das Thema HIV/Aids zu sensibilisieren, tourt derzeit ein sogenannter "Missio Aids-Truck" durchs Land. Gestern machte er am Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasium Halt.

Im Inneren des Trucks verbirgt sich eine Ausstellung, die es den Jugendlichen via Hörspiel ermöglichen soll, am Beispiel von Charles Hlope (17), aus Südafrika und Kajunga Longole (14) aus Uganda, Einblicke in die Lebenswelt der Kinder des afrikanischen Kontinents zu erhalten. Die Jugendlichen erzählen von ihrem Alltag, wie sich ihr Leben durch Aids verändert hat und von ihren Hoffnungen und Träumen. Während die Gymnasiasten mit Kopfhörern durch den Truck laufen, tickt eine Uhr, alle zwölf Sekunden ist ein etwas lauterer Ton zu hören. Denn: "Alle zwölf Sekunden infiziert sich weltweit ein Mensch mit dem HI-Virus ", erklärt Referentin-Brigitte Rolfes. Zudem informiert die 22-Jährige in einer Gesprächsrunde über das Krankheitsbild, die Übertragungsmöglichkeiten und den Schutz vor dem tödlichen Virus.

Als die junge Referentin die Schüler fragt, ob sie denn wüssten, ob sie HIV-positiv seien, herrschte bedrückende Stille. Keiner der Schüler konnte es ausschließen. Schließlich muss die Übertragung nicht in jedem Fall mit Geschlechtsverkehr zusammenhängen. Auch beim Tätowieren und Piercen mit einer unsterilen Nadel, durch Blutsbrüderschaft oder Küssen - sofern offene Wunden im Spiel sind - könne sich das Virus übertragen.

An ein Beispiel, wie Menschen ohne Verschulden mit dem Virus infiziert wurden, konnten sich alle Schüler auf Anhieb erinnern. 2006 lief ein junger Mann in Berlin Amok und stach wahllos 31 Menschen nieder. Eines der Opfer war HIV-positiv. Durch dessen Blut am Messer infizierten sich andere Opfer des Amokläufers.

Der Fokus des Präventionstages wurde vor allem auf die Frage "Was kann ich tun, um mich nicht zu infizieren?" gelegt. Hierfür war neben den "Missio"-Mitarbeitern auch Barabara Eckhard von der Beratungsstelle Aschersleben/Staßfurt des Gesundheitsamtes zu Gast. An einem Info-Stand verteilte sie nicht nur Kondome, sondern übte mit den Jugendlichen an einem Modell, diese richtig zu benutzen.

   

Bilder