Die aus dem Mittelalter stammende Staßfurter Stadtmauer wurde nach der Wende an etlichen Stellen in mühevoller Kleinarbeit restauriert. An einigen Stellen gibt es jedoch Probleme.

Staßfurt. "Der Zustand im Rondell in der Gollnowstraße bereitet mir große Sorgen. Durch die fehlende Vergitterung wird das Objekt oft von Müllsündern heimgesucht", beklagte der Chef des Finanzausschusses des Stadtrates, Heinz Czerwienski (CDU-Fraktion) in der jüngsten Ausschusssitzung.

Am Wochenende, so teilte er gestern der Volksstimme mit, sei das Denkmal dank der Unterstützung von Oberbürgermeister René Zok (parteilos) geräumt worden, damit die auswärtigen Gäste, die sich zu einer Besichtigung der Anlagen angesagt hatten, nicht mit einem schlechten Eindruck nach Hause fahren mussten.

Czerwienski bat das Ordnungsamt, das Rondell mit in die Kontrolltätigkeit einzubeziehen, um Müllsündern schnell das Handwerk legen zu können. Zoks Stellvertreter, Hans-Georg Köpper, sagte, er habe den Stadtpflegebetrieb gebeten, den Zugang des Objektes zu sichern.

In diesem Zusammenhang regte der Fachbereichsleiter der Verwaltung, Wolfgang Kaufmann, ähnlich wie in Aschersleben die Gründung eines Fördervereins an, der sich der Pflege der historischen Stadtmauer annehmen könnte.

"Was kann man tun, um sie auch weiterhin zu erhalten", wollte der Chef der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, in der Sitzung des Kulturausschusses vom 6. April von der Stadtverwaltung wissen. Aus seiner Sicht sollte dafür gesorgt werden, dass der Zugang gewährleistet sei. Das sei bei dem kleinen Rondell in der Turmgasse, das sich auf einem Privatgrundstück befinde, nicht möglich, sagte Wiest. Man könne auch nicht davon ausgehen, dass die Grundstückseigentümer das Gemäuer pflegen. "Man muss handeln, bevor Wurzeln das Mauerwerk beschädigen", fügte er hinzu.

"Mit der Entfernung des Wildwuchses ist der Stadtpflegebetrieb beauftragt worden", sagte die scheidende Leiterin des Fachdienstes Schule, Jugend und Kultur Marianne Nebel. Dafür habe der Eigenbetrieb einen Dauerauftrag.

Wie Nebel informierte, lief bis zum 29. April eine Beschäftigungsmaßnahme für zusätzliche Pflege- und Erhaltungsarbeiten an der Stadtmauer im Bereich Hecklinger Straße. Die Beschäftigten hatten den Auftrag, die Mauerfläche zu reinigen und Fremdsteine zu entfernen, die Ausbesserungsarbeiten fortzusetzen und die Fläche zu verfugen sowie das Objekt auch außen zu pflegen.

Nebel: "Es ist vorgesehen, weiterhin Maßnahmen zur Erhaltung der Stadtmauer und ihren Anlagen zu beantragen. Die Sachkosten hierfür müssen dann jährlich im städtischen Haushalt eingestellt werden."

Das kleine Rondell, so die Ressortchefin, wurde letztmalig 2009 komplett durch den Stadtpflegebetrieb nach Rücksprache mit dem Grundstücksbesitzer vom Wildwuchs befreit. Eine weitere Pflege war in diesem Jahr vorgesehen. "Nach einer Sichtung ist dies jedoch nicht möglich, da das Dach marode ist und nicht mehr betreten werden kann", so Nebel. Der Sachverhalt sei an den Fachdienst Stadtsanierung und Bauen zur Prüfung weiter geleitet worden.

Im Rahmen des Programms "Stadtumbau - Aktive Stadt" sind ab 2012 weitere Maßnahmen zur Begehbarkeit des Bereiches der Stadtmauer geplant.