Auf der Alten Ziegelei ist die Bürgerarbeit bereits angelaufen. 13 Leute aus Westeregeln und Umgebung werden dort für drei Jahre beschäftigt. Unter anderem machen sie die Ziegelei zu einem erlebbaren Museum und bauen ein Modell der Ziegelei im Maßstab von 1:87.

Westeregeln. Ein wenig gleicht das Gelände des Bau- und Industriedenkmals "Alte Ziegelei" in Westeregeln einem Ameisenhaufen. Überall wird gewerkelt. Niemand steht still. 13 Bürgerarbeiter haben dort ihre Arbeit aufgenommen. Und seit dem kann man fast täglich sehen, wie sich etwas verändert. Drei Jahre lang sind die Bürger aus Westeregeln und Umgebung auf dem Gelände der Ziegelei beschäftigt. Und in diesem Zeitraum haben sie sich allerhand vorgenommen. Raum für Raum nehmen die Bürgerarbeiter in Angriff. "Wir wollen die Ziegelei zu einem Museum machen, in dem Besucher genau nachvollziehen können, wie die Arbeitsabläufe hier waren, als die Ziegelei noch produzierte", erklärt Franz Schaible, Vorstandsmitglied der Sozial-Aktien-Gesellschaft Bielefeld, die Eigentümerin der Alten Ziegelei ist. Dafür hat man auch schon genaue Vorstellungen. Es wird jedoch nicht ganz einfach, schließlich wolle man alles so detailgenau, wie möglich gestalten. Gut, dass es da noch Leute wie Eva Mielchen gibt, die selbst lange Zeit in der Ziegelei gearbeitet haben. Eva Mielchen war bis 1991 auf dem Kalkberg beschäftigt und kann sich noch gut an die Arbeitsabläufe erinnern. Sie wird eine große Hilfe sein.

Etwas kleiner, aber nicht weniger umfangreicher ist das zweite Projekt, das eine andere Gruppe der Bürgerarbeiter in Angriff genommen hat. Sie bauen die Alte Ziegelei im Maßstab 1:87 nach. Auf einer großen Holzkonstruktion, die ein Maß von 2,50 Meter mal 2,50 Meter hat, werden Gebäude und das Umfeld detailgetreu nachgebaut. Der Ringofen, die Gebäude, die Gipsbrüche und die Motocross-Strecke - an alles ist gedacht. Auch eine Werksbahn fährt auf der Anlage. Es ist sogar möglich, dass diese die passenden Geräusche macht. "In anderen Maßnahmen wurde bereits mit dem Bau dieser Anlage begonnen. Die Bürgerarbeiter setzen diese Arbeit nun fort und werden sie dann auch zum Ende bringen", erklärt Franz Schaible weiter. Nun werden nur noch Glasscheiben an den Seiten angebracht, damit auch wirklich alles an seinem Platz bleibt. Dann soll das Modell noch erweitert werden. "Wir planen auch noch den Nachbau des Schacht V", erklärt Franz Schaible.

Neue Öffnungszeiten durch Bürgerarbeit

Für das Bau- und Industriedenkmal in Westeregeln ist die Bürgerarbeit wirklich eine Bereicherung. "Wir sind dem Jobcenter in Staßfurt dafür sehr dankbar", so Schaible. Durch die Bürgerarbeit konnten auch die Öffnungszeiten der Ziegelei geändert werden. Diese kann nun montags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr, freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und sogar sonnabends und sonntags von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Es ist dann auch immer jemand vor Ort, der Auskunft geben kann. Weitere Informationen rund um die Ziegelei in Westeregeln, dem Biotop und dem Geotop gibt es im Internet.

www. ziegeleimuseum.net

 

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