Der Schönebecker Operettensommer geht in diesem Jahr in die 15. Runde. Doch etwas ist anders als in den vergangenen Sommern. Weil Regisseur Thomas Enzinger eine Verpflichtung an der Wiener Volksoper hat, gab es bereits erste Proben von Mitte März bis Mitte April. Aufgeführt wird vom 2. bis 31. Juli an die Operette "Madame Pompadour" von Leo Fall.

Schönebeck. Die Operette steht! Beim 15. Schönebecker Operettensommer wollen die Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie (MKP) und Solisten unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christian Simonis das Publikum mit einer Inszenierung von Leo Falls Stück "Madame Pompadour" begeistern. Premiere ist am 2. Juli auf der Freilichtbühne Bierer Berg. Bis Ende Juli wird es regelmäßig von mittwochs bis sonntags jeweils um 16 Uhr Aufführungen des Bühnenstücks geben.

Die Vorbereitungen liefen seit gut einem Jahr, berichtet MKP-Geschäftsführer Hans-Jörg Simon. Doch ist in diesem Jahr alles in bisschen anders. Es gab sehr frühe Proben. Denn Regisseur Thomas Enzinger hat die große Ehre, an der Wiener Volksoper inszenieren zu dürfen. Eine Herausforderung und Ehrenaufgabe, die den Regisseur bindet und auf die auch die Schönebecker stolz sind. Auch wenn das 2011 andere Abläufe mit sich gebracht hat.

So hat das komplette Ensemble "Madame Pompadour" bereits von Mitte März bis Mitte April vorgeprobt. Das Schönebecker Bootshaus Delphin bot dafür einen Raum, weil anderswo in der Stadt kein großer Saal permanent zu nutzen war. "Das hat sehr gut geklappt, auch wenn es ein bisschen eng war", so Simon. Den Vorproben vorangegangen waren die musikalische Einstudierung mit Orchester und Solisten durch Christian Simonis. Im Bootshaus Delphin ging es an die Inszenierung. Es wurden Hilfsrequisiten, Möbel, eine provisorische Bühne genutzt. Weil die Kostüme noch nicht auf ihre Träger abgestimmt sind, trugen die weiblichen Darstellerinnen und Sängerinnen Hula-Hoop-Reifen mit Gummibändern, um ein Gefühl für die ausladenden, barock anmutenden Kleider der Inszenierungsausstattung zu bekommen. Eine spannende Erfahrung auch für das Operettensommer-Team, denn sonst findet die Einrichtung auf der Bühne nur wenige Wochen vor der Premiere statt. "So", berichtet Hans-Jörg Simon, "hat jeder eine DVD und ein Buch bekommen, um für sich die Abläufe noch einmal zu verinnerlichen." Vor der Premiere werde alles auf die Freilichtbühne "gespiegelt", sagt der MKP-Geschäftsführer, das heißt probiert, ob zeitliche und technische Abläufe stimmen.

Mit Marion Bach ist eine Kabarettistin an Bord

Hans-Jörg Simon ist nach den ersten Proben überzeugt, dass das Ensemble das Publikum wieder bestens unterhalten wird. Besonders froh ist er, dass die Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin Marion Bach mit an Bord ist, die Abstimmungen mit der Magdeburger Zwickmühle würden glänzend sein. Ansonsten wird die Aufführung 2011 hinter den Kulissen mit noch mehr Aufwand betrieben. Es gibt zusätzliche Maskenbildnerinnen und Garderobiers. Die Ausstattung des Stückes würde das so verlangen.

Dass "Madame Pompadour" gespielt wird, steht lange Zeit fest. "Was wir musikalisch machen, ist immer ein harter Findungsprozess", so Hans-Jörg Simon. Dabei sei man von den äußeren Gegebenheiten der Freilichtbühne oder der Orchester- und möglichen Chorstärke sowie von Rechten abhängig. Eine Rolle spiele auch die Atmosphäre auf dem Bierer Berg, die die Stücke tragen müsse.

An diese Bedingungen ist auch geknüpft, wie gespielt wird. "Wir behalten den Modus der vergangenen Jahre bei." Das heißt: Aufführungen von Mittwoch bis Sonntag, 22 an der Zahl. "Das hat sich bei einer Platzkapazität von 820 Sitzplätzen etabliert und orientiert sich an der Nachfrage des Publikums."

Die, so Hans-Jörg Simon, sei bereits groß. Seit November läuft der Kartenverkauf. Ein Tag, der 20. Juli, ist bereits ausverkauft. Die Besucher kommen aus Schönebeck, oft würden sie Besuch mitbringen, Gäste in die Elbestadt einladen. "Das zeigt uns, dass der Operettensommer in der Region als Kleinod empfunden wird, als Bereicherung, die man Verwandten und Freunden nicht entgehen lassen möchte." Für den Geschäftsführer Symbol der Verbundenheit des Musikevents mit der Stadt und ihren Menschen. Zuhörer kommen aber auch aus aller Welt. "Meist sind es Mehrfachtäter, Gäste, die schon einmal da waren", sagt Hans-Jörg Simon scherzhaft. Der Operettensommer hat sich herumgesprochen. Und die Werbung laufe größtenteils über Mundpropaganda.

Ab Mitte Juni geht es auf dem Bierer Berg mit den konkreten Vorbereitungen los. Die heiße Phase vor dem Operettensommer. Und wenn sich der Vorhang zur Premiere hebt, entführen die Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ihre Gäste in rasante Liebeswirrungen und buntes Karnevalstreiben rund um "Madame Pompadour".