Neugattersleben. Am vergangenen Sonnabend kamen schon am Vormittag viele Besucher in die Öko-Station in Neugattersleben. Die einen benutzten den hier ausgerichteten Kräutertag, um ihre Kenntnisse über Heil- und Gewürzkräuter zu vertiefen und auch neue Arten kennenzulernen. Die anderen waren totale Laien, die die Einrichtung nicht kannten und einfach einmal schnuppern wollten.

Ein Kraut, das wie Oliven schmeckt

Vieles hatte das Team um Dr. Andrea Finck, die Leiterin der Station, für beide Besucherkategorien vorbereitet. So gab es bekannte Kräuter, wie Rosmarin, als Pflanzen im Topf für die Fensterbank oder den eigenen Garten zu günstigen Preisen. Aber auch weniger Bekanntes konnte man an diesem Tag hier sehen. So zum Beispiel Olivenkraut, ein enger Verwandter des bekannteren Heiligenkrautes. Die Blätter schmecken nach Oliven und können an deren Stelle zum Würzen von Speisen verwendet werden. Eine weitere Neuheit war das Lakritzkraut, eine Tagetesart ( Tagetes sind auch unter dem Namen Studentenblume bekannt) mit Lakritzgeschmack, eine mehrjährige Pflanze, die aber leider bei uns nicht überwintert.

Oder wer kennt Süßkraut? Dabei handelt es sich um ein Korbblütengewächs, das aus Brasilien und Uruguay zu uns kam, eine Staude mit einer Wuchshöhe von einem Meter. Die Süßkraft der Blätter ist 30 Mal stärker als Zucker und hat dabei keine Kalorien. Aber es wird nicht angebaut, weil es sich sonst zu einer Konkurrenz für Zuckerrübe und -rohr entwickeln könnte, informierte Frau Dr. Finck.

Zur Stärkung des leiblichen Wohles war ein gut besuchter Imbissstand vorhanden. Hier wurde natürlich auch vieles mit Kräutern angeboten. Die Palette reichte von Kräutersenf, den es zu leckeren Bratwürstchen gab, über Dillbutter, die man zu gebratenem Fisch und gegrilltem Fleisch reichen kann. Eine Kräutersuppe gab es ebenfalls. Mitnehmen konnte man Holunderblüten-Apfelgelee und alle Rezepte.

Fachsimpeln mit der Expertin

Andrea Finck und ihre Mitarbeiter führten die Besucher auch über das weitläufige Gelände, zeigten und erläuterten ihnen die Pflanzen. Darunter waren auch Christina, Jens und Lea Richter aus Brumby, Besitzer eines großen Gartens, die nach Neuigkeiten Ausschau hielten. Und: "Lea soll umweltbewusst erzogen werden", betonten sie. Kurze Zeit später baten die Familien Leffs aus Rathmannsdorf, Rode aus Staßfurt und Buchmann aus Quedlinburg, die als Gruppe gekommen waren, um eine Führung und waren im Nu mit Frau Dr. Finck in intensive Gespräche vertieft.

Die nächste Veranstaltung in der Ökostation ist ein "Erdbeertag" verbunden mit einem Tag der offenen Tür am 11. Juni von 10 bis 16 Uhr, und am 25. Juni geht es um Bauerngärten und gesunde Ernährung. Im zweiten Halbjahr sind noch ein Tomaten- und ein Kartoffel- und Apfeltag sowie eine Naturwanderung im Oktober geplant.