Mit der Änderung der Ab-fallentsorgungssatzung des Landkreises, die ab dem 1. Januar keine Annahme von Bauschutt auf dem Wertstoffhof in Staßfurt mehr zulässt, beschäftigte sich auch der zuständige Fachausschuss des Kreistages für Umwelt, Planung, Verkehr und Wirtschaft. Er beriet Mittwochnachmittag in der Schlossbrunnen Wüllner GmbH in Gaensefurth.

Gaensefurth. Dieter Günther aus Staßfurt, der mit seinem Hinweis in der Volksstimme das Thema erst bekannt gemacht hatte, bekam am Ende des öffentlichen Teils von Ausschusschefin Heike Brehmer (CDU) Rederecht, obwohl die Geschäftsordnung Wortmeldungen der Bürger bei Ausschusssitzungen eigentlich nicht zulässt.

Günther brachte sein Befremden zum Ausdruck, dass man "mir nichts dir nichts" den Container für Bauschutt von Staßfurt abgezogen hat. "Wieso wird das über die Köpfe der Bürger gemacht", fragte der Senior und forderte: "Der muss schnellstens wieder her!" Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Unvernünftige diese Abfälle in die Feldflur werfen. Die Nutzung der Mülltonne für diese Zwecke hält der Staßfurter nicht für sinnvoll.

Einen Container für die Abfuhr von Kleinstmengen zu bestellen, wie es ihm die Sprecherin der Landkreisverwaltung, Ingrid Schildhauer, geraten hatte, verbiete sich angesichts der Kosten. Seine Nachfrage bei einem Unternehmen habe ergeben, dass man für den kleinsten Behälter mit einem Fassungsvermögen von zwei Kubikmeter 64 Euro bezahlen müsse, sagte Günther.

Baudezernent Ulrich Reder konnte die aufgeworfenen Fragen nicht beantworten, versprach aber, sich beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Salzlandkreises zu erkundigen, was dahinter steckt. Gegebenenfalls müsste man auch den Betriebsausschuss dieses kreislichen Eigenbetriebes beteiligen.

Reder sagte, er könnte sich vorstellen, dass diese Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei.

Auf Vorschlag des Staßfurter Stadtratsvorsitzenden Dr. Walter Blauwitz (Linke) verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, beim Abfallwirtschaftsbetrieb darauf zu dringen, dass in Staßfurt bald wieder Bauschutt in kleinen Mengen angenommen wird. Darum soll sich der Baudezernent, der bei Abwesenheit von Ulrich Gerstner (SPD) auch stellvertetender Landrat des Salzlandkreises ist, kümmern.

Rennert macht Bürgern keine Hoffnung

"Es wäre hanebüchen, wenn die Bürger dafür extra nach Bernburg fahren müssten. Wir brauchen diesen Container in Staßfurt wieder", verlangte Dr. Blauwitz.

"Wir können den Eigenbetrieb nicht beauftragen. Wir können es nur anregen", dämpfte Reder zu große Erwartungen der Bürger.

Auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme teilte der Leiter der Ascherslebener Betriebsstätte des Abfallwirtschaftsbetriebes, Renato Rennert, mit, dass es in Staßfurt keine Waage gebe. Deshalb habe das Unternehmen dort richtig zugesetzt. Er machte den Bürgern auch keine Hoffnung, dass auf der ehemaligen Mülldeponie in der Hohenerxlebener Straße in Staßfurt mal wieder Bauschutt angenommen wird.

"Wir haben keinen Platz, um dort eine Waage zu installieren", sagte Renner. Andererseits fehle dem Unternehmen das Geld für eine solche Investition. Deshalb empfiehlt der Betriebsstättenleiter den Bürgern, kleine Mengen an Bauschutt in die Restmülltonne zu kippen. Bei größeren Mengen sei eine Fahrt zu den Müllumladestationen nach Aschersleben, Bernburg oder Schönebeck oder die Bestellung eines Containers dann unausweichlich.

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