Spät, aber nicht zu spät hatte Staßfurts Oberbürgermeister René Zok Donnerstagabend zu einem Neujahrsempfang in das Salzlandtheater eingeladen. Und mehr als 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Bürger kamen.

Staßfurt. Auf eine Einladung von Landrat Ulrich Gerstner (SPD) habe er bewusst verzichtet, "weil wir derzeit noch unsere Befindlichkeiten mit dem Landkreis haben", sagte Zok in Anspielung auf die Schließung des Krankenhauses in Staßfurt und erntete dafür Applaus der Zuhörer. Ihnen versicherte das Stadtoberhaupt, dass die städtische Klinik-Arbeitsgruppe auch weiterhin an diesem wichtigen Thema dranbleiben werde.

Bei seinem umfangreichen Jahresrückblick ging Zok unter anderem auf die zahlreichen Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) einschließlich der Brücke über den Stadtsee ein. Aber auch die vielen Straßenbauprojekte in den Ortsteilen fehlten bei seiner Aufzählung nicht. Eine der größte kommunalen Investitionen war im vergangenen Jahr die Kindertagesstätte "Sandmännchen", die für insgesamt 782 800 Euro auf Vordermann gebracht werden soll. "Das Bauende und der Wiedereinzug der Kinder sind für Ende März geplant", informierte der Oberbürgermeister. "Alle diese Investitionen wären nicht möglich gewesen ohne die kritische Begleitung und das mehrheitlich positive Votum der Ortschaftsräte, des Stadtrats und seiner Ausschüsse", fügte der Rathauschef hinzu und dankte ihnen für die geleistete Arbeit.

Auf die heimische Wirtschaft eingehend, konnte Zok vermelden, dass man 2010 nach zwei Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder eine Aufhellung registrieren konnte. Beispielhaft nannte er hier den fünf Millionen Euro teuren Bau eines neuen Kundendienstzentrums der Firma Technisat.

Mehr Einnahmen bei Gewerbesteuer

Nach dem Besuch von holländischen Unternehmern, die Staßfurt gute Chancen als Standort für eine großflächige Gewächshausanlage einräumten, habe zwischenzeitlich auch ein Deutscher Gemüseproduzent Interesse an einer derartigen Investition angemeldet.

"Aktuell", so fügte Zok hinzu, "arbeitet die Wirtschaftsförderung der Stadt an der Ansiedlung eines IT-Unternehmens." Einzelheiten wollte der Oberbürgermeister jedoch noch nicht nennen. Weiterhin teilte er mit, dass die Photovoltaikanlage, die im Gewerbegebiet

Wie der Rathauschef ankündigte, soll es in diesem Jahr am 19. September erstmals in Staßfurt einen Berufsorientierungstag geben, um die Verbindung zwischen Wirtschaft und den Schulen zu verbessern.

Zum Abschluss seiner Rede konnte Zok den Gästen noch voller Stolz verkünden, dass es der Kommune im vergangenen Jahr gelungen war, doch noch einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Das ursprünglich zu erwartende Defizit von 4,7 Millionen Euro konnte auf 0 Euro gedrückt werden.

Das sei auf den Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen um 1,8 Millionen Euro auf 7,8 Millionen Euro und die Haushaltssperre zurückzuführen.

Der erste Neujahrsempfang seit Zoks Amtsübernahme fand allgemein positiven Anklang. Anke Krause vom Förderverein Neundorf meinte: "Eine gute Gelegenheit, gesellschaftliche wie geschäftliche Kontakte zu knüpfen. Thomas Röger, Geschäftsführer des Baustoffcentrums Staßfurt, fand: "Die Rede war etwas lang, aber insgesamt war es eine sehr schöne Veranstaltung. Man trifft sich mal wieder im größeren Rahmen. Und die Versorgung: echt Spitze." Die geschah übrigens nicht auf Kosten der Steuerzahler. Die Auszubildenden vom Bfw Staßfurt und vom BBRZ Aschersleben unter Leitung der Küchenchefs Uwe Hosang und Uwe Rühlemann zauberten das wunderbare Buffet mit finanzieller Unterstützung der Stadtwerke Staßfurt, des Sodawerks, der Wohnungsgesellschaften Staßfurt, Förderstedt und Umland.

Lehrtes Bürgermeisterin jedes Mal begeistert

Sehr angetan war Jutta Voß, die Bürgermeisterin der Partnerstadt Lehrte, "wie professionell und beeindruckend mein Amtskollege agiert hat". Dass er nicht nur Positives, sondern auch Frustrierendes dargestellt habe, wie die leer gebliebenen Stühle der Verantwortlichen bei der Krankenhaus-Diskussion im Salzlandcenter, bewegte sie. "So lange ich nach Staßfurt komme, das ist etwa seit 14 Jahren, bin ich jedes Mal begeistert, welche Entwicklung die Stadt nimmt. Und insbesondere das Salzlandtheater", so Zoks Amtskollegin, die es zu schätzen weiß, dass der Weg nach Staßfurt der kürzeste sei bei allen Partnerstädten Lehrtes.

Der Oberbürgermeister zeigte sich unterdessen rundum zufrieden mit dieser Premiere. "Über Versorgung und Service habe ich nur Lob gehört." Er freute sich persönlich besonders, dass die Resonanz aus Wirtschaft und Gewerbe so gut war. Man habe als erstes die Runde des Wirtschaftsstammtisches eingeladen, Stadträte, Ortschaftsräte, Vertreter der Feuerwehren und Vereine mit über 100 Mitgliedern. Im nächsten Jahr mögen andere an der Reihe sein. "Wer Interesse hat, kann sich ruhig melden", so Zok, Weitere Anregungen nehme man immer gern auf.

 

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