Am Sonntag trafen sich die Angelfreunde des Unseburger Vereins zu ihrer Jahreshauptversammlung. Unter anderem wurden die besten Angler prämiert. Hauptthema war allerdings das Hochwasser, dass auch den Angelverein seit Wochen beschäftigt. Es hat zahlreiche Schäden angerichtet. Um diese zu beseitigen, braucht der Verein Unterstützung.

Unseburg. Das Jahr 2010 war für die Angelfreunde aus dem Verein Unseburg zwar sehr erlebnisreich und erfolgreich, jedoch hatte es auch einen bitteren Beigeschmack. Erst hatten die Angler mit dem Niedrigwasser an Bode und den umliegenden Seen zu kämpfen, jetzt macht das Hochwasser ihnen zu schaffen.

"2010 war ein gutes Jahr für den Verein. Neben dem Vereinsleben gab es zahlreiche Veranstaltungen. Auch die Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder wurden rege geleistet", erklärte der Vereinsvorsitzende Frank Stephan auf der Jahreshauptversammlung am Sonntagmorgen. So wurden unter anderem die Vereinsräume renoviert und ein Bootsteg an der Kamplake erneuert.

Genutzt werden kann dieser aber jetzt nicht mehr. Schuld daran ist der stark angestiegende Wasserpegel. Über einen Meter steht das Nass über dem normalen Stand. Die Boote müssen an Land bleiben. "Vier Wochen voller Planung und Arbeit sind nun umsonst gewesen", machte Frank Stephan deutlich. Auch finanziell ist dies eine Katastrophe für den Verein.

Nasse Wände im Anglerheim

Das Wasser richtete nicht nur am Bootssteg Schäden an. Auch das Anglerheim kann nicht voll genutzt werden. Damit bleiben die Vermietungen aus. "Wer nutzt schon Räume, die nicht beheizt sind", erklärt der Vorsitzende. Im Keller hat das Grundwasser starke Schäden hinterlassen. Wände schimmeln, die Heizung muss umgebaut werden. Wie jeder Verein können auch die Angler aus Unseburg nicht mit dem Geld um sich werfen. "Ohne Hilfe von außen ist es für uns nicht realisierbar, all diese Schäden zu beheben", macht Stephan deutlich. Man ist in Unseburg auf Unterstützung angewiesen. Jede kleine Spende zählt. Nur durch Beiträge der Mitglieder können die Kosten nicht aufgebracht werden.

In diesem Zusammenhang dankte der Vorsitzende Frank Mischur, der sofort eine Pumpe bereit stellte, um das Wasser aus dem Keller zu befördern. Ein Dank geht auch an den Sportfreund Dieter Dannehl, der jeden Tag das Geschehen am See und im Keller beobachtete.

Bürgermeister Peter Fries, der ebenfalls an der Jahreshauptversammlung teilnahm, sicherte dem Angelverein materielle Hilfe zu. "Ich stehe hinter euch", versprach Fries. Zudem sprach er ein Thema an, dass die Angelfreunde schon seit vielen Jahren beschäftigt. Das Rothenförder Wehr. Auch die Mitglieder des Angelvereins haben sich dafür eingesetzt, dass das Wehr saniert wird. "Die Sanierung ist mit umfangreicher Arbeit verbunden. Wir versuchen alles, aber ich glaube es erst, wenn die Sanierung abgeschlossen ist", erklärte Peter Fries. Erst wenn sich die Hochwasserlage entspannt, sollen weitere Untersuchungen am Wehr folgen, um den genauen Sanierungsstand zu ermitteln. "Die ersten Aufträge sollen schon ausgelöst sein. Ich brauche trotzdem weiterhin eure Unterstützung. Wir müssen weiter dran bleiben", machte der Bürgermeister deutlich.

Auch Jugend war wieder aktiv

Wie es sich für einen Angelverein gehört, kam der Sport im vergangenen Jahr nicht zu kurz. "Es wurden viele gute Fische in Seen rund um Unseburg gefangen", berichtete der Vereinsvorsitzende Frank Stephan. Das Angeln in der Bode erwies sich für die Vereinsmitglieder als schwierig. Grund war der Wasserstand von maximal 50 Zentimetern in der Mitte des Flusses. "Erst hatten wir wenig Wasser, jetzt haben wir viel zu viel", fasste Stephan die prekäre Lage zusammen. "In diesem Jahr liegt es an uns, noch mehr Energie in den Verein zu investieren. Ein Kapitän kann das Schiff steuern, aber bewegen müsst ihr es. Wir sind auf einem guten Weg. Jetzt heißt es zusammenhalten", appellierte der Vereinsvorsitzende an seine Sportfreunde. Und so konnten auch in diesem Jahr wieder Angelfreunde für ihre Leistungen ausgezeichnet werden (siehe Infokasten).

Auch die Jugend war im vergangenen Jahr wieder voll in ihrem Element. Jugendwart Kurt Gauditz nahm die fünf Kinder und Jugendlichen zu drei Angelterminen mit. "Die Beteiligung war relativ gut. Die Fangergebnisse können noch verbessert werden. Aber das ist ja ganz normal. Die Jugend muss erst noch Erfahrungen sammeln", so Gauditz. In diesem Jahr scheiden allerdings drei Jugendliche aus und treten der Erwachsenenabteilung bei. Leider sei es auch nicht einfach, neuen Nachwuchs in den Verein zu ziehen. Bevor geangelt werden darf, müssen Schulungen und Prüfungen absolviert werden, die Geld kosten. Und auch die Ausrüstung sei nicht billig.

In kommenden Jahr feiert der Angelverein aus Unseburg übrigens sein 90-jähriges Bestehen. Einige Veranstaltung sind dafür geplant. Die Geschichte der Angler in Unseburg soll aufgearbeitet werden. Daher suchen die Hobbysportler nach alten Dokumenten und Zeitungsartikeln, die mit dem Verein zu tun haben.

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