Das war wahrlich eine richtige Feuerwehrparade. Gleich drei neue Fahrzeuge konnte die Verbandsgemeinde am Dienstagabend offiziell in den Dienst stellen. Für die Feuerwehr Tarthun gab es das lang ersehnte Löschfahrzeug, für die Feuerwehren Egeln und Westeregeln jeweils ein Mannschaftstransportfahrzeug.

Egeln. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr sprach von einem besonderen und einmaligen Tag. Am Dienstagabend herrschte reges Treiben auf dem Marktplatz in Egeln. Drei Feuerwehrfahrzeuge hatten Aufstellung genommen. Unzählige Kameraden versammelten sich. Drei neue Fahrzeuge wurden am Dienstag offiziell den Feuerwehren übergeben.

Das größte, ein Löschgruppenfahrzeug 10/6 (LF 10/6), bekam die Ortsfeuerwehr Tarthun. Es handelt sich dabei um das kleinste genormte Löschgruppenfahrzeug. Es dient der Brandbekämpfung und der Lebensrettung. Es verfügt über eine Pumpe von 1000 Litern pro Minute und einen Löschwassertank von 1200 Litern.

Bei der Feuerwehr Tarthun war die Freude ganz besonders groß. Lange genug haben die Kameraden darauf gewartet. "Bereits um Dezember 2007 hatte der damalige Gemeinderat die Ersatzbeschaffung beschlossen. Anfang 2008 wurde ein Fördermittelantrag gestellt, der im April 2009 abgelehnt wurde. Darufhin beschloss der Gemeinderat Ende Juli 2009 den Kauf des Fahrzeugs ohne Fördermittel", erklärte Michael Stöhr den Werdegang.

Die Kommunalaufsicht stimmte dem Beschluss zu und so konnte nach entsprechender Ausschreibung der Gemeinderat Tarthun am 11. November 2009 den Auftrag vergeben. Rund 205 000 Euro hat dieses neue Löschgruppenfahrzeug gekostet.

Mehr als ein Jahr haben die Kameraden auf ihr Fahrzeug gewartet. Kurz vor dem Weihnachtsfest im vergangenen Jahr wurde das LF 10/6 aus Görlitz abgeholt.

"Nicht weniger wichtig sind die beiden Manschaftstransportfahrzeuge (MTF), die die Feuerwehr Egeln und die Feuerwehr Westeregeln bekommen", so Michael Stöhr am Dienstagabend. Beide Fahrzeuge wurden bereits im Dezember 2010 ausgeliefert. "Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass das Egelner MTF bereits ab dem 15. Januar praktisch im Hochwasser-Dauereinsatz als mobiles Büro sein würde. Während der Hochwasserzeit haben wir mit diesem Fahrzeug regelmäßige Kontrollfahrten durchgeführt. Dabei wurden rund 1500 Kilometer zurückgelegt, so dass das MTF bereits einsatzerprobt ist und auf jeden Fall für tauglich befunden wurde", erklärte der Verbandsgemeindebürgermeister.

Verbandsgemeinde kommt Pflicht nach

Mit dem Mannschaftstransportfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Westeregeln wird vor allem die Arbeit der Jugendfeuerwehr unterstützt. Die besteht in Westeregeln aus 19 Mitgliedern. Im Rahmen der Ausbildung erfolgen damit Fahrten zu anderen Ortsfeuerwehren und zu Lehrgängen. Bislang mussten die Kameraden diese Fahrten mit ihren Privatfahrzeugen organisieren.

"Durch diese drei Fahrzeuge sind unsere Feuerwehren noch besser in der Lage, ihren Auftrag – also die Hilfeleistung bei Bränden, Überschwemmungen oder Unfällen – auszuführen. Wir als Verbandsgemeinde sind verpflichtet, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten, zu unterhalten und einzusetzen. Durch die Anschaffung dieser drei neuen Fahrzeuge kommen wir unserer Verpflichtung nach", sagte Michael Stöhr und dankte gleichzeitig allen Kameraden der Feuerwehren für ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

Sein Dank galt außerdem den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates und des Hauptausschusses für die Zustimmung zur Anschaffung der beiden Mannschaftstransportfahrzeuge. "Für die Anschaffung hat sich vorher auch der Ausschuss Brand- und Katastrophenschutz stark gemacht", fügte Michael Stöhr an.

Insgesamt wurden in die beiden Manschaftswagen rund 70 000 Euro investiert.

Und dann erfolgte die Schlüsselübergabe. Michael Kieler, Wehrleiter der Feuerwehr Tarthun, bedankte sich im Namen aller Kameraden bei allen, die die Anschaffung der Fahrzeuge ermöglichten. Mit einem lautstarken "Gut Wehr" wurde die "Feuerwehrparade" auf dem Egelner Marktplatz beendet.

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