Die Sperrung der Schloßstraße in Egeln sorgt immer noch für Unmut. In einer E-Mail bat man nun um die Unterstützung des Landrates des Salzlandkreises. Deutlich gemacht wurde, dass die Geduld der Stadt Egeln ein Ende hat. Eine Klärung müsse nun her.

Egeln. Noch immer ist die Schloßstraße in Egeln voll gesperrt. Schuld ist das baufällige Gebäude mit der Hausnummer 4. Nach der Freigabe der sanierten Straße im vergangenen Jahr sperrte der Landkreis die Straße. Am 18. Januar habe aus diesem Grund vor Ort eine Beratung stattgefunden. Gemeinsam mit Bauordnungsamt und Gutachter wurde das Haus noch einmal besichtigt. "Teilwiese wurde dabei gesagt, dass sich innerhalb der nächsten zwei Wochen etwas tun soll. Mittlerweile sind mehr als sechs Wochen vergangenen und es nichts passiert", erklärte Reinhard Luckner, Bürgermeister der Stadt Egeln auf der Sitzung des Stadtrates in dieser Woche.

Nun versuche man, direkt über den Landrat Ulrich Gerstner etwas zu erreichen. Eine entsprechende E-Mail an den Landrat sei am Mittwoch raus gegangen.

"Die Geduld der Stadt Egeln hat ihre Grenzen. Für die Bürgerinnen und Bürger ist es nur schwer nachvollziehbar, warum die neue Straße nicht genutzt werden darf", heißt es in dem Schreiben. Außerdem machte man deutlich, dass so ein Schandfleck entstanden ist. "Wir empfangen in der nächsten Woche Besuch vom niedersächsischen Minterspräsidenten McAllister. Es ist wichtig, dass sich die Stadt in einem guten Bild präsentiert. Die Schloßstraße ist nun einmal die Zufahrt zur Wasserburg. Was sollen denn die Gäste für einen Eindruck von Egeln haben. Das ist eine Schande", sagte Bürgermeister Luckner.

Sollte sich der Landrat nicht äußern, wolle man weiter gehen. Dieses Problem solle dann auch an den Verkehrsminister heran getragen werden. "Wir können das so nicht mehr hinnehmen", machte der Bürgermeister seinen Unmut deutlich.

Ärger über Arbeitsweise des Landrates

"Wie lange wollen wir da noch drüber reden? Der Landrat hat uns schon im vergangenen Jahr Hilfe zugesagt. Er hat gesagt, er wird sich darum kümmern, wir werden Nachricht bekommen. Es ist nichts erfolgt. Man muss sich fragen, ob der Landrat am richtigen Platz und auf dem richtigen Posten ist. Denn man hört wenig von ihm. Und was man hört, ist nur Negatives. Man muss da nur einmal an den Notarztstandort oder ähnliche Dinge denken", erklärte Stadtratsmitglied Dr. Ernst Arenkens. Man müsse den Landrat gleich umgehen und sich an eine andere Stelle wenden. "Man macht mit uns, was man will. Es wird Kreisumlage gefordert, aber wenn für uns etwas getan werden soll, ist absolute Stille", ergänzte Dr. Ernst Arenkens.

Doch nicht nur im Stadtrat ist man sauer. Museumsleiter Uwe Lachmuth musste schon mehrfach feststellen, dass die Sperrung der Schloßstraße Einbußen bringen. "Manche Besucher, die nicht aus Egeln und Umgebung kommen, finden die Burg nicht mehr", sagte er. Teilweise kommen verärgerte Leute auf der Burg an, weil sie ewig suchen mussten, sei Lachmuths Erfahrung. Und auch für den Schützenverein Bleckendorf könnte die gesperrte Schloßstraße zu einem Problem werden. Anlässlich des Jubiläums des Vereins und des Kreisschützenfestes, das in diesem Jahr in Egeln statt findet, soll es einen Umzug durch die Straßen geben. Die Route führt durch die Schloßstraße. Also wartet man auch da auf eine schnelle Lösung.