Hecklingen. Rund 100 Rassegeflügelzüchter aus ganz Sachsen-Anhalt haben auf dem Landesverbandstag in Hecklingen am Sonntag einen Schlussstrich unter das zurückliegende Zuchtjahr 2010 gezogen. "Wenn wir heute Rückschau halten, können wir feststellen, dass es für unseren Landesverband ein erfolgreiches Jahr war", schätzte Landesverbandschef Werner Westphal in seinem Rechenschaftsbericht ein. Auch die Kooperation mit den Kreisverbänden wertete er positiv. Im Hinblick auf die Mitgliederzahlen konnte Westphal eine erfreuliche Entwicklung mitteilen. "Im Landesverband gibt es insgesamt 6792 Mitglieder in 362 Vereinen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen beträgt 426." Zu diesem guten Ergebnis tragen der Kreisverband Stendal mit einem Zuwachs von 31 Mitgliedern und der Kreisverband Jerichower Land mit zehn neuen Mitgliedern wesentlich bei, sagte der Vorsitzende.

Zur vergangenen Ausstellungssaison bilanzierte Westphal: "In unserem Landesverband fanden 264 Ausstellungen statt, bei denen 95 265 Tiere, davon 5737 Tiere von Jugendlichen, gezeigt wurden. Damit haben wir das Niveau der vergangenen Jahre gehalten."

Auf die Rassenvielfalt eingehend bezeichnete er die 14. Landesschau und 86. Mirama als einen "würdigen Höhepunkt der Ausstellungssaison des Landesverbandes." Bemerkenswert sei die Steigerung bei den Gänsen, die noch nie so zahlreich vertreten waren und bei den Hühnern.

Zugleich musste Westphal für die vergangene Ausstellungssaison mit Bedauern aber auch ein weniger erfreuliches Ereignis mitteilen. Die Rede ist von einem Betrugsfall. Ein Züchter aus Atzendorf soll auf einer Schau in Erfurt nicht ehrlich gewesen sein, weil er seiner Orientalischen Rollertaube zwei Federn einklebte. Westphal sprach hierbei von einem "schweren Verstoß gegen die allgemeinen Ausstellungsbestimmungen" und "unehrenhaften Verhalten". Auch weil der Züchter anschließend noch das Preisgeld kassiert haben soll und Tauben danach auf einer weiteren Schau in Leipzig ausstellte. "Damit hat er das Ansehen unseres Landesverbandes in der Züchtergemeinschaft schwer geschädigt", meinte Westphal und informierte, dass der Vorstand zu dem Schluss gekommen sei, dem Züchter einen bereits verliehenen Titel "Meister der sachsen-anhaltischen Rassegeflügelzucht" abzuerkennen. Zudem sei weiter eine Ausstellungssperre für die kommende Ausstellungssaison verhängt worden. In Leipzig und Erfurt erhaltene Titel und Preisgelder müssten dem Urteil nach zurückgegeben werden.

Weniger unglücklich fiel die Bilanz zum Jahresabschluss im Bereich der Finanzen aus. Ausführungen des Schatzmeisters und ein Haushaltsplan 2011 wurden auf einer anschließenden Abstimmung angenommen. Die anwesenden Mitglieder gaben zudem ihr Votum für die Vertreter des Verbandes in der Bundesversammlung der Rassegeflügelzüchter ab.

Die organisierte Rassegeflügelzucht im Landesverband blickt in Sachsen-Anhalt auf eine lange Tradition zurück. In diesem Jahr wird der Verband 120 Jahre alt. 2010 begingen die Mitglieder das Jubiläum der Wiedergründung des Landesverbandes vor 20 Jahren.

Als Gäste begrüßten die Rassegeflügelzüchter auch Vertreter aus der Politik. Sie würdigten die Verdienste des Ehrenamtes und hoben die Bedeutung des Hobbys hervor. Der Nachwuchsarbeit wurde ebenfalls eine hohe Bedeutung zugesprochen. Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Hermann Onko Aeikens, sprach von der Rassegeflügelzucht als "wertvolles Hobby", welches es zu erhalten gelte. "Die Leistungsstandards befinden sich in Sachsen-Anhalt auf hohem Niveau", so der Minister.

 

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