Schneidlingen. Nachdem sicher ist, dass die Wasserburg Schneidlingen erneut versteigert werden soll (siehe Infokasten), kommen Kaufinteressenten aus ganz Deutschland nach Schneidlingen, um sich das historische Gemäuer anzusehen. Wie Hans-Jochen Hertel vom Förderverein der Wasserburg mitteilt, finden Rundgänge mehrmals in der Woche, fast täglich, statt.

Die Leute seien schon aus Niedersachsen und Baden Württemberg da gewesen, meist aus den alten Bundesländern, so Hertel. "Wir zeigen ihnen die Burg, erklären, wo Sanierungsbedarf besteht und was schon gemacht wurde", erklärt er. Und merkt weiter an: "Die Rückmeldungen sind meist positiv." Auch im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit des neuen Eigentümers mit dem Förderverein sei bereits Entgegenkommen von potenziellen Investoren signalisiert worden.

Zugang weiterhin ermöglichen

Denn der Förderverein setzt sich seit Jahren für den Bestand und die Sanierung der Burg ein, organisiert kulturelle Höhepunkte wie Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals. Ziel der Mitglieder ist es, den Zugang zur Burg für die Öffentlichkeit auch weiterhin zu halten.

Eine mündliche Einigung mit dem jetzigen Besitzer, einem Unternehmer aus Ungarn, hat es dazu auch gegeben. Schriftlich haben die Vereinsmitglieder aber nichts in der Hand. Ein Vertrag, der die Zusammenarbeit zwischen Verein und Besitzer über mehrere Jahre regelt, steht nach wie vor aus.

Der Förderverein hat jetzt die Hoffnung, dass ein solches Papier mit dem neuen Burgherren zustande kommt. Daraus würden Vorteile für beide Seiten erwachsen. Der Verein hat Pläne schon in der Hinterhand. Etwa wenn es darum geht, Fördermittel über verschiedene Programme zu akquirieren.

Die Mitglieder möchten die Arbeit des neuen Eigentümers gern unterstützen, wenn es darum geht, Sanierungsmaßnahmen möglich zu machen. "Wir sind gern bereit vor Ort jederzeit zu helfen, dafür müsste die Burg aber für die Öffentlichkeit auch weiter zugänglich sein", so der Denkmalpfleger.

Anbau muss komplett entkernt werden

Und Geld wird zudem für Notsicherungsmaßnahmen dringend benötigt. Ein Anbau müsste Hertel zufolge komplett entkernt werden, weil er im Laufe der Jahre innen immer mehr eingefallen war. Der neue Eigentümer müsste diese Auflage, die der Vorbesitzer bereits erhalten hat, übernehmen, weiß der Verein.

Dennoch ist die Burg zu großen Teilen aber zugänglich. Vom Kellergewölbe, das die Mitglieder jüngst auf Arbeitseinsätzen beräumt haben, über ein Hauptgebäude, ehemalige Herrenhaus bis hin zu einer früheren Scheune und den Obergeschossen der einstigen Küche – Teile der Burg waren Anfang der 1990er Jahre zudem erneuert worden. Mittel sind unter anderem in die Turm- und Dachsanierung sowie ein Wappenfries geflossen.

"Es ist eine sagenhafte Burg", Hans Jochen Hertel ist ebenso wie seine Mitstreiter treuer Fan der historischen Burganlage. Neue Chancen, interessierten Besuchern dies schmackhaft zu machen, sieht der Verein auch, wenn der Flugbetrieb auf dem Airport in Cochstedt startet. Dort Werbung für die Burganlage zu machen, um Touristen anzulocken, schließen die Mitglieder nicht aus.

Aktuelle Schausaison steht bevor

Der Förderverein lädt interessierte Besucher nach Schneidlingen ein. Der Start der aktuellen Schausaison steht kurz bevor. Von April bis September ist die Burg täglich offen. Montags von freitags von 9 bis 16 Uhr und am Wochenende täglich von 10 bis 15 Uhr.

Telefonisch sind die Mitglieder des Fördervereins für Rückfragen und Anmeldungen unter (0173) 38 47 570 erreichbar.