Staßfurt (jsg/kae). Die Mitgliederversammlung des Regionalverbandes der Kleingärtner Staßfurt nahm eigentlich einen gewohnten Ablauf. Der Präsident Gerhard Kahle begrüßte den Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Hermann Aeikens, den Präsidenten des Landesverbandes der Kleingärtner, Dietmar Kuck und Oberbürgermeister Renè Zok. Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Gartenfreunde hielt Kahle seinen Rechenschaftsbericht ab. Zunächst keine sonderlich neuen Informationen. Doch dann überraschte er mit einer persönlichen Stellungnahme.

Gerhard Kahle kündigte seinen Rücktritt an. "Ich bin jetzt 37 Jahre in diesem Verband tätig und möchte nicht, wie mancher Politiker in Nordafrika, altershalber aus dem Amt gejagt werden. Jetzt müssen Jüngere ran", so der Präsident.

Zurück blieben betretene Gesichter. Die Inhalte des Rechenschaftsberichtes rückten in den Hintergrund.

Datiert hat Kahle seinen Rücktritt auf den diesjährigen Höhepunkt des Kleingartenverbandes – den 100. Gründungstag der Kleingartenanlage "Licht und Sonne 1911" in der Staßfurter Ritterflur.

Dass der Noch-Präsident jetzt Jüngere ans Ruder lassen will, hat sicherlich auch die im Rechenschaftsbericht dargelegten Nachwuchs- und Leerstandsprobleme als Hintergrund. Die Überalterung der Mitglieder sei schließlich eines der größten Probleme des Verbandes.

In der anschließenden Diskussion waren die Hoch- beziehungsweise Grundwasserproblematik und der Leerstand von Kleingärten besondere Schwerpunkte. Minister Aeikens bestätigte in seinem Beitrag, dass der Landesregierung diese Sorgen und Nöte der Kleingärtner sowie natürlich auch der Landwirte bekannt sind und entsprechende Untersuchungen eingeleitet wurden.

Rückblick: Zurückschauend auf das Vereinsleben 2010 konnte Kahle auf viele Aktivitäten verweisen, so zum Beispiel auf die überragende Teilnahme zum 30. Salzlandfest und dem traditionellen Erntedankfest, ebenso die Versorgung der Staßfurter Tafel mit gärtnerischen Produkten.

Ausblick: Der vom Versammlungsleiter Joachim Kollath vorgetragene Arbeitsplan für das Jahr 2011 enthielt als zentrale Aktivitäten neben den Jubiläumsfeierlichkeiten zum Beispiel den dritten "Tag des Gartens" im Juni, die Teilnahme am Salzlandfest und das Erntedankfest sowie zahlreiche Schulungen und Gartenbegehungen.