Solidarität wird bei Detlef Preinfalck groß geschrieben. Der 51-Jährige leitet seit 2005 den Christophorus-Laden in Egeln. Mit einem offenen Ohr und dem freundlichen Lächeln im Gesicht unterstützt er Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Das ist spitze, findet die Volksstimme. Deshalb ist Detlef Preinfalck einer der sechs Kandidaten, die in der Volksstimme-Aktion "Du bist spitze!" zur Wahl stehen. Volksstimme-Leser können für ihn abstimmen.

Egeln. Voll gestopft bis oben hin ist der kleine Raum. Die Regale an den Wänden sind gefüllt mit Nahrungsmitteln. Neben Backmischungen für Kuchen stehen Konservendosen. Ein goldener Osterhase schaut hinter einer Packung Kartoffelbrei hervor. Inmitten dieses geordneten Chaos steht Detlef Preinfalck. Hier und da greift er in die Regale. Er packt einen Lebensmittelbeutel. Eine Ration Essen, die einer kleinen Egelner Familie einige Tage lang über die Runden helfen wird. Detlef Preinfalck leitet den Christophorus-Laden, der in Egeln und den umliegenden Orten Menschen unterstützt, die finanziell gesehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

"Ich hätte nie gedacht, dass sich der Laden so lange hält", sagt Preinfalck, der dem gemeinnützigen Projekt seit der ersten Stunde die Stange hält. Am 1. Dezember 2005 wurde der Laden in Egeln eröffnet. "Unser Superintendant hatte die Idee, und ich war hellauf begeistert", erinnert sich der freundliche Mann. Immerzu trägt er ein dankbares Lächeln auf den Lippen. Er geht auf in seinem Ehrenamt. Der 51-Jährige, der selbst durch eine schwere Krebserkrankung gezeichnet ist, nennt den Christophorus-Laden im Gespräch sogar sein "eigenes Kind" . Es sind die Zeit und vor allem Energie, die er in das Projekt steckt. Dabei ist es nicht immer einfach, wenn es das Engagement in einer solch Tafel-ähnlichen Einrichtung überhaupt sein kann, gibt Preinfalck zu. Mehrere Baustellen sind es, die bei dem engagierten 51-Jährigen ab und an für Kopfzerbrechen sorgen.

Da wäre einerseits die Unterstützung aus der Bevölkerung und von Unternehmen, auf die der Christophorus-Laden angewiesen ist. "Wenn wir zum Beispiel kein Brot haben, dann kaufen wir das zu", berichtet Preinfalck von einer Selbstverständlichkeit, die eigentlich keine ist. "Wir kennen unsere Kunden, hinter manch einer Person hängt oft eine ganze Familie", versucht er das Ausmaß zu umschreiben. Dementsprechend viel Einfallsreichtum legt der Projektleiter auch an den Tag, wenn es darum geht, den 50 Familien zu helfen, die regelmäßig in den Christophorus-Laden kommen. Da werden zum Beispiel Backmischungen für Kuchen oder Kekse zu jeder Jahreszeit verteilt – ob die Verpackung nun weihnachtlich gestaltet ist oder nicht. "Es geht doch um das, was drin ist", sagt Detlef Preinfalck klar. Rigoroser ist der Egelner bei den hygienischen Vorschriften. "Bis 12 Uhr ist bei uns Anlieferung, bis 14 Uhr säubern und sortieren wir dann die Waren, bevor wir sie an die Kunden rausgeben", erklärt Detlef Preinfalck die Arbeitsabläufe. Dabei kommt es dann aber auch vor, dass er oder einer seiner sechs Mitstreiter umsonst den Vormittag im Laden verbringen. "Wir hoffen immer auf Lieferung", umschreibt er die Position, in der sich die Ehrenamtlichen befinden, die sich über jede Geld- oder Sachspende freuen.

Das kennt der Egelner nicht anders. "Als wir hier angefangen haben, hatten wir nichts", berichtet der 51-Jährige. "Wir haben alles mit Spenden aufgebaut." Diese Solidarität ist es, die dem Egelner immer wieder neuen Ansporn gibt. Doch vor allem "die dankbaren Blicke der Leute sind es, die mich immer wieder motivieren", sagt Preinfalck. "Man kann nicht nur Hilfe annehmen, sondern muss sie auch weitergeben", sagt der 51-Jährige, der seine Energie für das Ehrenamt – so traurig es auch sein mag – aus seiner eigenen Krankheit schöpft. "Ich bin prinzipiell kein Ich-Mensch", sagt er. Denn hier in dem kleinen Geschäft im Breiteweg ist keiner keineswegs nur ein Kunde. "Das gute Wort, das wir den Menschen geben, ist wichtig", sagt der 51-Jährige und betont damit das soziale Miteinander, das er und seine Mitstreiter groß schreiben und mit Leben erfüllen.

Da der sympathische Egelner aufgrund seiner Erkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, beschreibt er sein Engagement freilich ungeniert als einen Vollzeitjob. "Das kann keiner bezahlen." Muss aber auch keiner, denn hier geht es allen um die Nächstenliebe. Anderen eine Stütze zu sein. "Manchmal hört man Geschichten aus den Familien, die sind nicht vorstellbar", sagt Preinfalck ohne zu viel von dem zu verraten, was im Christophorus-Laden an ihn herangetragen wird. "In unserem Team muss man verschwiegen und ehrlich sein und darauf bedacht sein, etwas Gutes zu tun", fasst er das zusammen, was für ihn an erster Stelle steht und was er von seinen ehrenamtlichen Kollegen im Sinne der Sache verlangt.

Detlef Preinfalck sowie die anderen fünf Kandidaten haben zweifellos den Titel "Du bist spitze!" verdient. Doch nur einer kann sich die Krone aufsetzen. Den Sieger bestimmen allein die Volksstimme-Leser mit dem Abstimmungs-Coupon.

Die Zettel (bitte nur Original-Coupons) können in der Volksstimme-Redaktion, Gollnowstraße 6 in 39418 Staßfurt, abgegeben werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Internet für Ihren Kandidaten abzustimmen:

www.volksstimme.de/stassfurt