Bei den Ein-Euro-Jobs im Bereich Schönebeck wird es finanzielle Veränderungen geben. Das Jobcenter Salzlandkreis passt die finanzielle Mehraufwandsentschädigung für die Arbeitsgelegenheiten im gesamten Kreisgebiet an. Eine Stunde Arbeit wird mit einem Euro entschädigt. Bisher waren es 1,28 Euro. Damit es nicht zu finanziellen Einbußen bei den Betroffenen kommt, wird nach Möglichkeit die Arbeitszeit erhöht.

Schönebeck/Staßfurt. Ein-Euro-Job ist nicht automatisch Ein-Euro-Job. Bisher war das so im Salzlandkreis. Während Maßnahmeteilnehmer in den Regionen Staßfurt, Aschersleben und Bernburg bisher einen Euro für eine Arbeitsstunde als Entschädigung erhielten, waren es im Altkreis Schönebeck 1,28 Euro. Das ist nicht neu und hat seine Ursprünge in der Bundessozialhilfe früherer Zeiten. Lange vor der Hartz-IV-Ära konnten die Kommunen bereits Entschädigungen gewähren, wenn Arbeitslose durch Jobgelegenheiten zusätzliche Ausgaben hatten. In den Altkreisen Staßfurt, Aschersleben und Bernburg waren das stundenweise 2 D-Mark, in Schönebeck 2,50 D-Mark. Nach Euroumstellung und Hartz-IV-Einführung übernahmen die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Aschersleben-Staßfurt und das Amt für Arbeitsförderung in Bernburg das Arbeitsmarktinstrument Ein-Euro-Job wörtlich. In Schönebeck wurden bei der Kommunalen Beschäftigungsagentur KoBa die D-Mark-Sätze in Euro umgewandelt, so entstanden die 1,28 Euro.

Bisher war das kein Problem, was öffentlich zu Diskussionen geführt hat. Doch in den Zeiten knapper Kassen spielen die kleinen, aber feinen Unterschiede eine Rolle. Denn das Jobcenter bekommt als neuer Träger der Grundsicherung im Salzlandkreis bis zu 40 Prozent weniger. Das betrifft alle Träger der Grundsicherung bundesweit. Die Auswirkungen im Salzlandkreis sind so: Einem Eingliederungsbudget von 41,6 Millionen Euro im Jahr 2010 stehen jetzt 29,5 Millionen Euro gegenüber. Allein in Schönebeck stehen rund fünf Millionen Euro weniger zur Verfügung.
Das heißt in der Folge, es wird weniger Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung geben: in Bernburg für 500 Teilnehmer weniger, in Schönebeck für 400 und in Aschersleben-Staßfurt kann das Niveau ungefähr gehalten werden. Die Einschnitte bei den Beschäftigungsträgern für Ein-Euro-Jobs sind längst noch nicht abzusehen, zeichnen sich aber bereits ab.
Gleichzeitig bedeuten die geringeren Bundeszuweisungen aber auch Konzentration. Deutlich wird das in der oben beschrieben Harmonisierung der Mehraufwandsentschädigung.

In der Regionalstelle des Jobcenters Salzlandkreis in Schönebeck, ehemals KoBa, will man die Auswirkungen für die betroffenen Langzeitarbeitslosen in den Maßnahmen auffangen. Viele Ein-Euro-Jobs, die bisher vier Stunden pro Tag liefen, werden sukzessive auf fünf erhöht.
Das Rechenbeispiel zeigt, worum es geht: Arbeiteten die Leute bisher 80 Stunden im Monat für 1,28 Euro, erhielten sie 102,40 Euro Entschädigung. bei 100 Monats-Arbeitsstunden sind es jetzt 100 Euro. Die Rechnung geht in den Fällen nicht auf, wo die Regionalstelle die Philosophie der KoBa übernimmt, die Leute weiterhin 80 Stunden im Monat zu beschäftigen und in der übrig geblieben Zeit zu qualifizieren. Das ist beispielsweise in der Jugendarbeit so, damit die Maßnahmeteilnehmer für die spezielle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch zusätzlich geschult werden konnten. Bei 80 Monats-Arbeitstunden in den Clubs erhalten sie 80 Euro. Ein finanzieller Einschnitt.

Die Leitung des Jobcenters Salzlandkreis sagt, dass die Anpassungen unumgänglich seien und man aufgrund der geringeren Eingliederungsmittel durch den Bund nicht alles auf das einstige Schönebecker Niveau heben könne. Das Jobcenter betont, dass es sich nicht um einen Lohn, wie bei einem sozialversicherungspflichtigen Job, handele, sondern eben um eine Aufwandsentschädigung. Da viele Maßnahmeteilnehmer wohnortnah eingesetzt werden würden, seien die Einbußen auch zu verkraften, so die Argumentation in Bernburg.