Wie erhalten Senioren Unterstützung in sozialen Fragen und bei Behördengängen? Wo können sie in der Gemeinschaft zusammen mit Gleichgesinnten ihre Freizeit verbringen und Spaß haben? In Hecklingen hat die Ortsgruppe vom Sozialverband die darauf passenden Antworten. Ob Hilfe und Unterstützung, Feiern, Ausflüge oder Treffen – Seit 20 Jahren ist die Gemeinschaft gewachsen. In der kommenden Woche wird das Jubiläum ganz groß gefeiert.

Von Nora Menzel

Hecklingen. Eigentlich ist die Geburtsstunde der Ortsgruppe vom Hecklinger Sozialverband in diesem Jahr schon seit knapp drei Monaten Geschichte. Vergessen aber keinesfalls. Im Gegenteil. Am Donnerstag wird der runde Ehrentag groß gefeiert.

Für den Leiter der Ortsgruppe Ernst Meyer Grund genug, die Anfänge der Gruppe nochmals Revue passieren zu lassen.

Auf den Tag genau am 21. Januar 1991 sei der Sozialverband in Hecklingen einst aus der Taufe gehoben worden, denkt Meyer zurück. Der Hecklinger Richard Knie habe damals die Initiative ergriffen und eine erste Versammlung einberufen. "35 Mitglieder fanden sich zusammen", weiß Meyer.

Er kann genau sagen, warum es für viele Senioren damals so wichtig war, sich dem Ansinnen anzuschließen. Jemanden zu haben, der sich für ihre Interessen älterer Menschen stark machte, habe viele überzeugt, beizutreten. Vor allem die Unterstützung in sozialen Angelegenheiten sei entscheidend gewesen.

Im Vordergrund habe damals die Hilfe bei der Beantragung der Kriegswitwenrente gestanden, sagt Meyer. Zusammen mit rechtlicher Unterstützung seien für die betroffenen Mitglieder entsprechende Ansprüche geltend gemacht worden. Mit Erfolg. Der Ortsgruppenchef: "Nach 16 bis 18 Monaten des Wartens kamen die ersten Anerkennungsbescheide, die wir den Mitgliedern übergeben konnten."

Mittlerweile ist die Arbeit des Hecklinger Sozialverbandes weitaus größer. Die Angebote sind über die Beratung in sozialen Fragen weiter gewachsen. Die Zahl derer, die sich angeschlossen haben, ist auf über 90 angewachsen. Die Mitstreiter haben sich ein Netzwerk zu Partnern im Ort aufgebaut, halten Kontakt zu einer befreundeten Sozialverbands-Ortsgruppe in den alten Bundesländern.

"Sie kommen auch zu unserer großen Feier am kommenden Donnerstag, 14 Uhr in den Stadtsaal", freut sich Meyer über den Besuch der Senioren aus Lehrte/Sievershausen bei Hannover.

Ebenso glücklich schätzt er sich über den Zuspruch der vielen Angebote im heimischen Verband. "Sie werden dankbar angenommen", erzählt der Hecklinger. Er berichtet, wie die Struktur der Ortsgruppe über die Jahre weiterentwickelt werden konnte. "Mittlerweile fußt das Engagement des Verbandes in Hecklingen auf drei Säulen." Wichtiges Standbein sei nach wie vor die soziale Beratung der Mitglieder. "Sie erfahren Unterstützung etwa in sozialrechtlichen Frage, beispielsweise dann, wenn es darum geht, pflegerechtliche Leistungen zu beantragen. Wir haben auch einen Anwalt, der uns dabei zur Seite steht." Hinzu komme der gesundheitliche Aspekt. Medizinische Fachvorträge seien regelmäßig im Programm.

Im Vordergrund stehe gleichzeitig aber auch das gesellige Miteinander - Vom Theaterbesuch, gemeinsamen Festen, Feiern und Ausflügen. Die Interessen der Mitglieder kommen nicht zu kurz. Für jeden ist was dabei: Von der Rommé-Gruppe über Schach und Kegelclub, Tanzkreis oder Handarbeitsnachmittag.

Darauf angesprochen, was die Zukunft mit sich bringt, wird der Ortsgruppenleiter allerdings mit Sorge nachdenklich. "Leider fehlt uns der Nachwuchs, Es sieht recht kompliziert aus", wünscht er sich neue Mitstreiter.

Die Vorteile der Ortsgruppe kann er ihnen nur empfehlen. Interessenten hätten zudem die Chance, das Angebot unverbindlich kennen zu lernen und müssten kein Mitglied werden. "Sie können auch so an Treffen, Veranstaltungen und Fahrten teilnehmen." Zwar nicht am Donnerstag, der Saal sei schon voll belegt, so Meyer. Dafür aber sonst fast immer: Weihnachtsfeier oder Ausflug.

Wer sich über den Nutzen einer Mitgliedschaft im Sozialverband informieren möchte, ist zudem in der Begegnungsstätte der Senioren in Hecklingen, Hamburger Straße, gern gesehen. Montags ab 14 Uhr ist immer jemand vor Ort.