Einmal im Frühjahr treffen sich die Mitglieder des Jagdvereins Bördequell zur Müllsammlung. Auch am vergangenen Wochenende hat sich der Einsatz für die Natur gelohnt.

Groß Börnecke. Die 14 Mitglieder des Jagdvereins Bördequell haben das schöne Wochenendwetter für einen gemeinsamen Ausflug in die Natur genutzt. Die Hobby-Jäger trafen sich am Sonnabend zur jährlichen Müllsammlung.

Rund 2000 Hektar bejagen die Jäger nach Feierabend. Sie kennen ihre Jagdreviere genau und wissen auch, wo die Leute ihren Müll illegal entsorgen, beschreibt Martin Nehring. Trotz gut funktionierender Müllentsorgung lande immer noch ein Teil des Mülls in der Landschaft. "Gesehen haben wir noch keinen, der seinen Dreck hier abkippt", bestätigt Andreas Held. Auch ihn stören die unansehnlichen Haufen im zarten Grün.

Am vergangenen Wochenende hat sich der Einsatz der Jägerschaft wieder einmal gelohnt. Viele Altreifen haben die Jagdmänner diesmal aus dem Gebüsch gezogen. Noch immer scheint es für einige Zeitgenossen attraktiver zu sein, die Altreifen in die Landschaft zu kippen, als eine fachgerechte Entsorgung zu organisieren.

"Wir hatten hier schon alles. Einmal haben wir sogar sehr viele alte Kühlschränke gefunden", erinnert sich Andreas Held.

Die Jäger verstehen sich auch als Umweltschützer. Sie sorgen für ein Gleichgewicht in der Natur, welches ohne den Eingriff des Menschen wohl nicht zustande kommen würde.

Denn in der Hauptaufgabe sorgen sie dafür, dass die Wildbestände nicht zu schnell wachsen. Daran haben vor allem die Landwirte ein großes Interesse. Denn sie wollen nicht, dass ihre Pflanzen oder gar die Ernte von Wildschweinen oder Rehen aufgefressen wird. Da vor allem Wildschweine der natürliche Feind abhanden gekommen ist, müssen die Jäger für eine Dezimierung der Bestände sorgen.

Rund um die Felder haben sie deshalb ihre Hochsitze stehen. Von dort aus können sie die weite Landschaft überblicken und die Wildtiere in der Dämmerung gut beobachten. Das Hobby mache aber keinen Spaß, wenn der Weg dorthin an Müllbergen vorbei führe, sagen die Jäger. Deshalb kümmern sie sich um die Sauberkeit in ihren Revieren.

Vor der großen Sammelaktion am Wochenende haben einige Jäger bereits ihre Reviere durchquert. Viele Ablageplätze sind den Jägern außerdem bekannt. "Es sind immer die gleichen Stellen, an denen der Müll weggeworfen wird", weiß Andreas Held. Neben vielen Reifen landeten ebenso ausrangierte Möbel in der Landschaft. Und immer wieder bringen die Leute Bauschutt in die Landschaft.

Auf einen großen Haufen haben die Jäger ihre "Fundstücke" geschichtet. In den kommenden Tagen wird die Müllentsorgung des Salzlandkreises den Müll abholen, teilen die Jäger mit. Denn der Landkreis ist auch für den Müll in den Wäldern zuständig.

Letztlich zahlt die Entsorgung wiederum der Bürger. Die Jäger können nicht verstehen, dass die Bürger nicht gleich richtig reagieren und ihre Hinterlassenschaften einer geordneten Verwertung zuführen. "Es wäre schön, wenn wir uns den Einsatz im Frühjahr sparen könnten", meint Andreas Held.