Bis zum 8. April findet im Frauenkommunikationszentrum "Laura" im Jugend- und Bürgerhaus Staßfurt die Gesundheitswoche statt. Sie wurde gestern mit der Vernissage zur Ausstellung "Blau" eröffnet. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Fischmann, arbeitet bei der Aktionswoche mit der DAK und dem Frauentreff zusammen. Zur Eröffnung war Oberbürgermeister René Zok zu Gast.

Staßfurt. Mal schockierend, mal hintergründig, mal farbenfroh – auf vielfältige Art und Weise haben junge Künstler, darunter auch Schüler des Staßfurter Gymnasiums, im Rahmen eines Wettbewerbs das Thema Alkohol beleuchtet und fotografisch auf 29 großformatigen Tafeln in Szene gesetzt. Dazu gibt es Zitate von Prominenten und Betroffenen, Ausschnitte aus Gedichten und Geschichten. "Blau – heiter bis tödlich" ist der Titel dieser Schau, auf die Initiative der Krankenkasse DAK entstanden, und seit gestern zum zweiten Mal in der Salzstadt zu sehen.

"Wir wollen nicht den Zeigefinger gegen das Trinken erheben, sondern zu Diskussion anregen", erklärt Andreas Umlauf, Leiter des Servicezentrums der DAK in Staßfurt. Die Zahlen geben ihm recht, auch wenn die Statistik eine Entspannung verzeichnet. 2009 kamen im Salzlandkreis 65 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung in das Krankenhaus. Inzwischen sinken die Zahlen im Kreis und im Land insgesamt. Von einer Trendwende könne aber noch nicht gesprochen werden, so Umlauf. "Wir dürfen in unserem Engagement und der breiten Aufklärung in den Schulen jetzt nicht nachlassen." Die Ausstellung ist eine Aktion der Krankenkasse, die Präventionskampagne "bunt statt blau", in deren Rahmen die Schau entstanden ist, und die auch 2011 fortgeführt wird, eine weitere.

Christine Fischmann, Gleichstellungsbeauftragte für Staßfurt, kann diese Aktionen nur für gut befinden. "Das so genannte Komasaufen oder Rauschtrinken ist auch in der Salzstadt ein Thema. Uns geht es darum, mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen – bei Jugendlichen, aber auch Lehrern, Erziehern und Eltern. Die Gesundheitswoche, rund um den Weltgesundheitstag am 7. April, im Frauenkommunikationszentrum "Laura" biete dazu einen guten Rahmen und Möglichkeiten praktischer Themenerkundung. So waren gestern die achten Klassen der Förderschule "Johann Heinrich Pestalozzi" im Jugend- und Bürgerhaus zu Gast. Sie schauten sich die Ausstellung an. Die Lehrerinnen Grit Fischmann und Uta Jacobi meinen, die Schau sei eine schöne Ergänzung zum aktuellen Sozialkundeunterricht. "In den Stunden sprechen wir mit den Schülern gerade über legale und illegale Drogen, über Alkohol, über Missbräuche und die Auswirkungen, auch unter dem Aspekt individueller Erfahrungen."

Wer die noch nicht hatte, konnte sie nachempfinden: Gerald Lutze von der Staßfurter Polizei hatte Promille- Brillen mitgebracht, mit denen Alkoholrauschzustände simuliert werden können. Und das "Laura"-Team um Sigrid Kohnke präsentierte schmackhafte Alternativen zu Hochprozentigem: Caipirinha-Bowle. Alkoholfreie Mixgetränke stehen auch heute im Mittelpunkt der Gesundheitswoche. Am 7. April referiert ab 16 Uhr Dr. Marlies Grimm von der Tagesklinik in der Bodestraße.

 

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