Stefan Leszinski hat Nachwuchssorgen. Nicht zu Hause, denn da gehören drei Jungs zur Familie. Für seinen mittlerweile Zweijährigen hing schon ein Strampler am Einsatzschrank des Güstener FFW-Kameraden, als Erwin noch gar nicht geboren war. Doch die eigenen Kinder reichen dem Güstener Jugendwart natürlich nicht, um die Jugendfeuerwehr wieder zu gewohnter Stärke zu führen.

Güsten. Zu ihrem 50. im vergangenen Jahr zählte die Jugendwehr noch 18 Nachwuchsbrandschützer. Momentan sind es knapp zehn Jungen und Mädchen. "Drei von uns sind in den aktiven Dienst übergetreten. Dann gibt es 16-Jährige, die berechtigt sind, schon bei den ,Großen‘ mitzumachen", beschreibt der Jugendwart die Situation, "Von denen will natürlich keiner mehr in die Jugendwehr zurück." Und schließlich gibt‘s noch eine ganze Reihe Kinder in der Stadt, "die einfach nur nichts machen, leider", bemerkt "Leszis" Stellvertreter Marcus Glaß.

Doch der harte Kern versucht nun, Gleichaltrige zu überzeugen, wie wichtig sie schon sind für eine Feuerwehr. "Ohne uns wird‘s brenzlig!" schrieben sie bei ihrem Dienstnachmittag letzten Donnerstag auf Entwürfe für ein Plakat. Damit wollen sie in die Schulen gehen – auch wenn das bei verschiedenen Schulstandorten zwischen Bernburg und Staßfurt etwas schwierig wird – und Zehn- bis 15-Jährige für ihre schöne Freizeitbeschäftigung werben. Es ist jedenfalls allerhand los alle 14 Tage bei der Jugendwehr Güsten. "Wildwasserfahrt mit dem Schlauchboot auf der Wipper", beginnt Philipp (11) aufzuzählen. "Und Knotenkunde", ergänzt sein ein Jahr älterer Namensvetter. Justine (12) sind Zeltlager und Weihnachtsfeiern noch in sehr guter Erinnerung.

Der nächste große Höhepunkt wird das Osterfeuer Ostersonnabend im Kiesschacht sein, dass die Jugendwehr gemeinsam mit der Kinderwehr wieder entzünden darf. Deren jüngste Brandschützer könnten übrigens auch etwas Nachwuchs vertragen. Die ab Sechsjährigen treffen sich jeden zweiten Montag, 16 bis 17 Uhr (das nächste Mal am 11. April), die Jugendwehr jeden zweiten Donnerstag, 16.30 Uhr bis 18 Uhr (wieder am 14. April) im Güstener Feuerwehrhaus. Dem Aushang neben dem Hoftor sind auch die jeweiligen Themen zu entnehmen. Die Zeiten könnten aber auch flexibel gestaltet werden, meint der Jugendwart noch, bei Bedarf auch mal sonnabends.

Wie erwähnt, nach Philipp sind für Erwin schon die Weichen in Richtung Feuerwehr gestellt. Und wahrscheinlich auch für Stefan Leszinskis Jüngsten Theo (anderthalb Monate). Sein "Soll" dürfte damit erfüllt sein. Aber alles können die "Leszis" eben nicht allein machen. Ob sie und ihre Mitstreiter von weiteren Nachwuchsfeuerwehrleuten unterstützt werden?