Sophie und Anne aus der sechsten Klasse lesen gern und viel. Ihre Vorliebe für Bücher brachte Sophie jetzt den Sieg beim Bezirksentscheid im Vorlesen. Nun vertritt sie Schneidlingen auf Landesebene.

Schneidlingen. Beim Schulwettbewerb im Vorlesen war Anne leider krank, sagt Deutschlehrerin Rita Schrader. "Das wäre sonst bestimmt sehr spannend geworden", meint sie. Denn die Zwillinge aus Cochstedt können beide sehr gut lesen. So blieb es Sophie überlassen, im Schullesewettbewerb als Siegerin gekürt zu werden.

Auf Kreisebene setzte sich die junge Cochstedterin ebenfalls durch. Zuletzt vertrat sie ihre Schule LebenLernen in Schneidlingen beim Bezirkswettbewerb in Haldensleben. 13 Mädchen und Jungen, alle aus der Klassenstufe 6 aus Sekundarschulen und Gymnasien zeigten hier ihre Lesekunst. Dabei wurde zwar zwischen Sekundarschule und Gymnasium getrennt. Mit einem weiteren Kandidaten, der ebenfalls den ersten Platz erreicht hat, besucht Sophie nun den Landesausscheid.

Ihre Schwester ist deswegen nicht traurig. Sie hätte sich zwar auch gewünscht an dem Wettbewerb teilzunehmen. "Es hat aber nicht geklappt", zuckt sie mit den Schultern. Nun drückt sie ihrer Schwester die Daumen.

Das Vorlesen liegt Sophie dabei im Blut. "Mein Lieblingsfach ist Deutsch", sagt sie selbstbewusst.

In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern mit Literatur. Am liebsten gefallen ihr Romane, sagt sie. Je nach Umfang dauere es schon mal einen Monat, bis sie ein Buch ausgelesen hat.

In der Sekundarschule LebenLernen wird das Lesen im Unterricht stark gefördert. "Das ist eine der Kernkompetenzen, die die Schüler erlernen sollen", sagt Rita Schrader. Die Lehrerin freut sich sichtlich über den Erfolg ihres Schützlings. Schließlich bringt so ein Erfolg auch eine Motivation für den Rest der Schüler.

Regelmäßig wird der Deutschunterricht in der kleinen und freien Sekundarschule mit besonderen Höhepunkten bereichert. Die Schüler können eigene Bücher vorstellen oder laden sich einen Schriftsteller in die Schule ein. Dann können sie aus erster Hand erfahren, wie sich Menschen spannende Geschichten für andere Menschen ausdenken. Der Funke ist zumindest bei Sophie und Anne übergesprungen. Selbstverständlich sind die beiden Mädchen Mitglied einer Bibliothek.

Interessant finden die beiden Schülerinnen, wie sehr die Literatur ihre Fantasie anregen kann. Sophie hat bei der künftigen Berufsplanung schon mal eine Karriere als Dichterin in Erwägung gezogen. "Eigentlich will ich Rechtsanwältin werden", sagt sie. Beim Tag der Berufe, bei der Eltern ihren Beruf den Schülern ausführlich erklärten, habe sie sich ihren Berufswunsch überlegt, fügt Sophie an. Da trat eine Rechtsanwältin auf, die sie überzeugte. "Außerdem muss sich ein Anwalt sehr gut in der deutschen Sprache auskennen", erklärt sie weiter.

Dagegen hat sich ihre Schwester Anne noch nicht so viel Gedanken über ihren beruflichen Werdegang gemacht. Sie genießt das Leben in der Sekundarschule.

Jetzt muss sich Sophie auf den Landesausscheid vorbereiten. Am 14. Mai findet der in Haldensleben statt. Einige Tricks, wie die Schüler mit unbekannten Texten schnell fertigwerden, hat Lehrerin Rita Schrader. "Wir üben das vorausschauende Lesen", erklärt sie. Dabei lernen die Schüler schneller den Text zu erfassen, als sie ihn vortragen können. Dadurch gewinnen sie für die Anpassung des Ausdrucks ausreichend Zeit. Eigentlich sollte sie den Trick nicht verraten, wirft ihr Sophie vor. Allerdings weiß sie auch, dass viel Übung dazu gehört, bis ein Schüler den Trick des vorausschauenden Lesens beherrscht.