Die Fachausschüsse des Stadtrates beschäftigen sich derzeit intensiv mit dem Haushaltsplan der Stadt Staßfurt für das laufende Jahr und unterbreiten Änderungs- vorschläge.

Staßfurt.Im Ausschuss für Kultur, Bildung und Sport, der Mittwochabend zusammenkam, standen das Strandsolbad und die Zukunft des Stadtarchivs im Mittelpunkt. Als hilfreich erweist sich bei der Haushaltsdiskussion, dass durch die bereits vorliegende Jahresrechnung 2010 feststehe, welche Mittel im vergangenen Jahr ausgegeben wurden, sagte der stellvertretende Bürgermeister Hans-Georg Köpper.

Angelika Flügel (Fraktion Linke/offene Liste) hält die Einnahmen im Strandsolbad angesichts der Tatsache, dass man diese Einrichtung nicht pünktlich öffnen werde können, für zu hoch angesetzt. Das könne man dann gegebenenfalls korrigieren", meinte Köpper. In diesem Zusammenhang stellte er klar, dass es nicht die Absicht von Oberbürgermeister René Zok (parteilos) und der Verwaltung gewesen sei, das Bad nicht zu öffnen. Ansonsten hätte man im Etatentwurf dafür nicht so viel Geld vorgesehen.

Sind denn da die Kosten für die Untersuchung des Wassers und des Standortes schon berücksichtigt worden, wollte der Chef der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, wissen. "Wir haben nächste Woche einen Termin mit einem Ingenieurbüro", sagte Köpper. Und auf Wiests Nachfrage, ob die Ausschüsse dann noch einmal einbezogen werden, fragte der Ressortchef: "Trauen Sie dem Oberbürgermeister zu, eine Aufgabe vollständig zu formulieren?" "Im Prinzip, ja", antwortete Wiest.

Weiterhin sollen für das Bad neue Strandkörbe und Mobiliar beschafft werden.

Wie Köpper unter Hinweis auf den neuen Standort für das Stadtarchiv mitteilte, habe man vorgeschlagen, 30 000 Euro für Planungsleistungen in den Haushalt einzustellen. Da das ursprünglich geplante Kompetenzzentrum am Stadtsee mit Bibliothek und Archiv nicht mehr umsetzbar sei, soll nun die Unterbringung des historischen Schriftgutes der Stadt im ehemaligen Feuerwehrdepot im Athenslebener Weg geprüft werden. Das stieß bei Wiest auf Ablehnung.

"Archiv und Bibliothek sollten in der Stadtmitte untergebracht werden."

"Archiv und Bibliothek sollten in der Stadtmitte untergebracht werden", damit sich das Personal befruchten und effektiver eingesetzt werden könne, betonte der Fraktionschef. Aus seiner Sicht sollten der Saal des "Kaiserhofes", des ehemaligen Kulturhauses an der Bodebrücke, für die Bibliothek und die Räume der ehemaligen Bibliothek an der Bodebrücke für das Archiv genutzt werden.

Damals sei Beschlusslage im Stadtrat gewesen das Archiv in der ehemaligen Bibliothek unterzubringen, so Köpper. Eine Prüfung habe jedoch ergeben, dass die Deckenbelastung dafür nicht ausreiche.

Warum weigere man sich, das Sikosa-Gutachten umzusetzen, wonach ein Anbau an die ehemalige Kaliverwaltung in der Steinstraße, vielleicht sogar mit einem Atrium, das Problem lösen könnte, wollte Wiest wissen, bekam aber keine Antwort. "Dafür würde die Stadt auch Fördermittel bekommen, denn schließlich befinde sich dieses Vorhaben in der Stadtmitte", so der Fraktionschef.

Für den Sportbereich wurden die Abgeordneten unterrichtet, dass für die Erneuerung des Daches, der Werkstatt und des Lagerraumes im "Stadion der Einheit" in Staßfurt 6500 Euro eingeplant wurden.

Um mehr Gerechtigkeit bei der Nutzung der Sportstätten zu erreichen, arbeite die Verwaltung an einer Satzung, mit der die Betriebskosten abgedeckt werden sollen. Derzeit sei das Gebäudemanagement dabei, die notwendigen Daten zu erfassen. Köpper glaubt, dass die Neuregelung für die Sportvereine zum 1. Januar 2012 umgesetzt werden kann.