Der Staßfurter Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die Konzession an die Stadtwerke Staßfurt GmbH zu vergeben. Der entsprechende Konzessionsvertrag für die Stadt und die eingemeindeten Orte hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2031. Darüber sprach Volksstimme-Redakteur René Kiel mit Stadtwerke-Geschäftsführerin Doris Eckstein.

Volksstimme: Worum geht es eigentlich bei der Konzession?

Doris Eckstein: Der Kommune gehören die öffentlichen Straßen und Wege. Wenn Energieversorger die dort verlegten Strom- und Gasleitungen nutzen wollen, dann brauchen sie dafür die Erlaubnis der Gemeinde. Die Kommune vergibt diese Nutzungsrechte über den Abschluss von Konzessionsverträgen, die in der Regel 20 Jahre laufen.

Volksstimme: Was wird im Konzessionsvertrag geregelt?

Eckstein: Die Planung, das Versorgungsgebiet und das Versorgungsrecht, die Nutzung der Straßen, die Konzessionsabgabe, die Stromversorgungsanlagen, die Haftung, die finanzielle Übernahme der Folgekosten bei Umgestaltung des Versorgungsnetzes sowie die Nutzung alternativer Energien.

"Damit gibt es nur noch einen Energieversorger vor Ort"

Volksstimme: Wie erfolgte die Vergabe der Konzession für das eigene Netz und die Netze der eingemeindeten Orte?

Eckstein: Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Staßfurt läuft zum 31. Mai 2011 aus. Das gleiche trifft auf die Konzessionsverträge mit der E.ON Avacon für die eingemeindeten Orte Athensleben, Atzendorf, Brumby, Förderstedt, Glöthe, Hohenerxleben, Löbnitz, Löderburg, Lust, Neustaßfurt, Neundorf, Rathmannsdorf, Rothenförde und Üllnitz zu. Die Stadt hat die Vergabe fristgerecht für das gesamte Stadtgebiet ausgeschrieben. Ziel war es, einen einheitlichen Netzbetreiber und Stromversorger für die gesamte Stadt zu bekommen für einen Zeitraum von 20 Jahren. Beworben haben sich die Stadtwerke und E.ON Avacon.

Volksstimme: Warum haben sich die Stadtwerke um die Konzession für das eigene Netz und die Netze der eingemeindeten Orte beworben?

Eckstein: Damit gibt es nur noch einen Energieversorger vor Ort und es werden gleiche Voraussetzungen für die Stromversorgung in den eingemeindeten Orten wie für die Stadt Staßfurt geschaffen.

Damit ergeben sich für die Einwohner in den eingemeindeten Orten kurze Wege nach Staßfurt, denn die zentrale Anlaufstelle ist Staßfurt und nicht mehr Oschersleben. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Stadtwerken in Bezug auf die Stromversorgung in Staßfurt hat sich bewährt. Gute Voraussetzungen gibt es für die Zusammenarbeit auch in Bezug auf die eingemeindeten Orte.

Volksstimme: Warum entschied sich der Stadtrat für die Stadtwerke Staßfurt GmbH?

Eckstein: Weil es sich dabei um ein kommunales Unternehmen handelt, das zu 100 Prozent den Technischen Werken, einer Eigengesellschaft der Stadt Staßfurt, gehört. Außerdem sind die Stadtwerke seit Jahren ein sicherer Garant für die Stromversorgung in Staßfurt sowie für Arbeitsplätze in der Region. Ausschlaggebend war auch die geplante Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Staßfurt und den Stadtwerken sowie die gegenseitigen Absprachen beim Bau von Stromversorgungsanlagen auf städtischem Grund und Boden. Der Bau erfolgt immer erst nach Zustimmung durch die Stadt.

Volksstimme: Was bedeutet die Übernahme des Netzes der eingemeindeten Orte für die Bürger?

Eckstein: Mit der Übernahme der Netze gehen die Verantwortung und das Eigentum für die Leitungen und die Zähler auf die Stadtwerke Staßfurt über. Zählerwechsel und Reparaturen erfolgen durch die Monteure der Stadtwerke und nicht wie bisher durch die Mitarbeiter von E.ON Avacon. Bei Störungen sind ebenfalls die Stadtwerke-Mitarbeiter die direkten Ansprechpartner. Die Bürger können die zentrale Anlaufstelle im Athenslebener Weg 15 nutzen. Die Stadtwerke sind für sie immer persönlich unter der Servicenummer (03925) 96 00 erreichbar. Darüber hinaus gibt es eine Service-Nummer für den Vertrieb. Das ist die (03925) 96 02 66.