Neugattersleben. Im Aufenthaltsraum der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr kamen am Freitag die Sprecher der Alterskameraden aus 15 Wehren der Altkreise Bernburg und Schönebeck zu einem ersten Treffen zusammen. Sie berieten über Aktivitäten, die das Leben der Alterskameraden nach den Dienstjahren interessant und weiter feuerwehrverbunden gestalten können. Der Landesfeuerwehrverband war durch seinen Beisitzer für Feuerwehrhistorik, Hartmut Greulich, vertreten.

Roland Rasehorn, Atzendorf, Mitglied der Fachgruppe Historik im Kreisfeuerwehrverband Salzland, eröffnete die Beratung. Dabei nannte er als Gründe für die noch geringe Beteiligung das Fehlen von Alterskameraden in manchen Feuerwehren und ungenügende Information innerhalb der Wehren. Aber von Mal zu Mal wird es besser, sagte er. Besonders bedauerlich fand er das Fehlen von Vertretern des noch bis zum Jahresende existierenden Kreisfeuerwehrverbandes Aschersleben/Staßfurt, mit dem man ab 2012 fusionieren will.

Rasehorn nannte weiter das jährliche Treffen der Alterskameraden, die ebenfalls jährliche Busfahrt, die Erarbeitung eines Bildbandes und die Schaffung von Alters- und Ehrenabteilungen im Kreisverband und auch im Landesverband sowie die weitere Popularisierung der Aktivitäten der Alterskameraden in den Wehren als in dieser Beratung zu besprechende Themen.

Bei den beiden erstgenannten ging es relativ schnell, waren doch die Fahrt nach Berlin und das Treffen mit über 100 Alterskameraden hier in Neugattersleben Ereignisse von 2010, an die man sich noch gern erinnert und erste Ansätze auf dem Weg zur Zusammenführung der Alterskameraden aller drei Altkreise. Das diesjährige Treffen wird am 13. Mai ab 15 Uhr in der Förderstedter Gaststätte "Landhaus" stattfinden. Neben dem gemütlichen Beisammensein ist die Vorführung des derzeit modernsten im Salzlandkreis befindlichen Feuerwehrfahrzeuges (befindet sich bei der FFW Peißen) in Gegenüberstellung zu einem Altfahrzeug aus DDR-Zeit geplant. Außerdem soll der Tag des Rauchmelders, der an diesem Tag jährlich stattfindet, gewürdigt werden. Und als weiterer Höhepunkt ist ein Bericht des Kreisbrandmeisters zum derzeitigen Einsatzgeschehen im Kreis vorgesehen.

Die alljährliche Fahrt soll am 3. September in die Autostadt nach Wolfsburg mit dem größten zur Verfügung stehenden Bus starten. Beide Vorhaben wurden von den Anwesenden gebilligt.

Schwierigkeiten zeigten sich bei der Gestaltung des Bildbandes, der historische Details, wie Ehrenbanner und Feuerwehrfahnen, aber auch Persönlichkeiten und Feuerwehrtechnik aus vergangener Zeit enthalten soll. Hartmut Greulich regte an, dass die einzelnen Wehren zunächst Vorschläge erarbeiten sollten, die dann in Zusammenkünften weiter verdichtet würden. Gerhard Künzel, Nienburg, sagte dazu, dass viele Chroniken in der alten deutschen Schrift geschrieben seien. Viel Zeit für die Übertragung bestünde nicht, weil diese Schrift von den Jüngeren nicht mehr gelesen werden könnte. Dieter Rohde, ehemals Wehrleiter in Welsleben, hat hier 1965 die "Jungen Brandschutzhelfer" gegründet. Hier gibt es Bestrebungen, bei Einwohnern, die es wünschen die Brandschutzkontrollen aus jener Zeit wieder einzuführen. Bei all diesen Dingen, wie auch bei der Gestaltung des Bildbandes, könnten sich die Alterskameraden sinnvoll einbringen.

Zum letzten Punkt äußerte sich zunächst Hartmut Greulich. Er sagte, dass es in der Satzung des Landesverbandes zwar eine Alters- und Ehrenabteilung gäbe, aber die Satzung sei noch nicht bestätigt und alles gehe viel zu langsam. Gerd Kammholz, einst Abschnittsleiter in Preußlitz tutete in das gleiche Horn, als er sagte: Bei über 100 Wehren im Salzlandkreis müsse es schneller gehen.

So vergingen zwei Stunden intensive Diskussion. Sie zeigten, dass auf diesem Gebiet noch erheblicher Nachholbedarf besteht.