Die verheerende Katastrophe im Nordosten Japans hält die Welt in Atem. Erst das schwere Erdbeben, dann der Tsunami, Störfälle in mehreren Atomkraftwerken, erst gestern bebte die Erde erneut – Seit knapp einem Monat folgt eine Schreckensmeldung der nächsten. Mitgefühl und Betroffenheit – Auch Kinder empfinden das Leid der Opfer nach. Das zeigt eine Spendenaktion in der Stadt Hecklingen, an der sich die drei Grundschulen beteiligt haben. Im Ethikunterricht wuchs die Idee, Leidtragende zu unterstützen.

Hecklingen (nme). "Erdbeben in Japan. Wir wollen helfen." Die Überschrift auf der gelben Tafel gleich links neben dem Eingang der Hecklinger Grundschule fällt sofort ins Auge. Fotos aus den Unglücksgebieten und eine Landkarte sind zu sehen. Schlagworte dazu, welches Leid vielen Menschen seit dem 11. März in Japan widerfahren ist, stehen ebenso darauf geschrieben. "Tausende Menschen haben ihre Angehören, ihre Wohnungen, Häuser, ihren Besitz verloren. Überlebende sind in Notunterkünften untergebracht. Viele Menschen frieren und hungern. Lebensmittel und Trinkwasser sind radioaktiv verseucht durch das stark beschädigte Atomkraftwerk in Fukushima", blickt die Schule den Tatsachen ins Auge. Nicht ohne selbst helfen zu wollen.

Eine Initiative wurde aus dem Unterricht heraus angestoßen. Kinder beschäftigten sich mit der Thematik im Fach Ethik. Welcher pädagogische Leitgedanke dahinter steht, erklärt Ethiklehrerin Birgit Schneider. "Opfer bringen und das zu Gunsten anderer. Für andere auf etwas verzichten, um ihnen Hilfe anzubieten." Diese Botschaft sei Teil des Unterrichts. Im Mittelpunkt stehe der Solidaritätsgedanke. Also nicht nur von anderen zu nehmen, sondern auch zu geben, erklärt die Pädagogin.

Leider sei das Prinzip aus aktuellem Anlass der Erdbebenkatastrophe in Japan praktisch für die Mädchen und Jungen nachvollziehbar. Die Gründe, anderen zu helfen, seien für die Jüngsten verständlicher denn je.

Also machten in Hecklingen alle sechs Schulklassen mit und beteiligten sich an einer Spendenaktion. Vor 14 Tagen startete das Vorhaben. Mittlerweile ist sein Erfolg weiter vorangeschritten. Es wurde fleißig gesammelt. Nicht nur in einem Ort, sondern in der gesamten Stadt. Auch die Grundschulen in Groß Börnecke und Schneidlingen haben mitgemacht.

Der Erlös, alles in allem knapp 200 Euro, soll in den nächsten Tagen auf ein Spendenkonto überwiesen werden.

"Vielen Dank an alle, die unsere Aktion unterstützt haben. Die Großeltern, Eltern und andere Spender", ist Lehrerin Birgit Schneider froh, dass so viele mitgemacht haben. Sie sagt außerdem, dass die Kinder im Laufe der Projektarbeit zudem eigene Ideen entwickelten, wie sie helfen können, auch ohne Geld. Vorschläge, Sachspenden zur Verfügung zu stellen, seien von einigen angebracht worden. Dass das Leid der Menschen in Japan viele betroffen macht, sei ebenfalls deutlich geworden. "Sie haben das Thema von sich aus angesprochen. Es bewegt sie", weiß die Leiterin der Initiative.

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