Dass Schüler sich lieber mit Müllsäcken bewaffnen, als nach der letzten Unterrichtsstunde ins Wochenende zu starten, ist schon außergewöhnlich und bemerkenswert. Die fünften Klassen des Dr.-Frank-Gymnasiums murren jedenfalls nicht ein bisschen, als sie sich am Freitagnachmittag zum Frühjahrsputz ins Gelände rund um die Staßfurter Schule begeben.

Staßfurt. "Das machen die Schüler freiwillig", versichert Schulleiter Steffen Schmidt. Jenny, Lena und Marvin bestätigen das. Der Fünftklässler ganz überzeugt: "Damit helfen wir ein bisschen mit, die Welt zu verbessern."

Und den Jungen und Mädchen macht das Aufräumen wirklich nichts aus, während die Abiturienten nebenan ihren letzten Schultag feiern (Volksstimme berichtete)?

"Da muss doch jede Fünfte durch"

"Da muss doch jede Fünfte durch", spricht Antonia vom "Schicksal" ihrer Altersgenossen, als wär‘s ein Picknick im Grünen.

Das ist es nun wahrlich nicht, folgt man der Truppe auf den Königsplatz. Was dort so alles im Grünen liegt, möchte man besser nicht beschreiben. "Hundedreck sollen die Schüler liegen lassen, das würde dann doch zu weit gehen", so der Schulleiter.

Wie sinnlos das auch wäre, zeigten gerade am Freitag wieder einige der just während des Frühjahrsputzes ausgeführten Vierbeiner, die gleich neben den Schülern in die Knie gehen... Niemand schreitet ein. Herrchen und Frauchen nicht. Die Ordnungskräfte der Stadt sind auch gerade nicht da. Schade eigentlich.

"Ein ganzes Jahr ohne Mathe"

Die Gymnasiasten lassen sich aber nicht beirren und ziehen mit ihren Müllsäcken weiter.

Wer die am vollsten füllt, dem winkt eine Belohnung – das verspricht zumindest Michael Köhler, als er sie zusammen mit Handschuhen an seine Klasse verteilt. Wie die Belohnung genau aussehen soll, wollte er sich noch überlegen. "Eine 1" oder "ein ganzes Jahr ohne Mathe" wie von den Schülern gewünscht, das wird der Lehrer wohl nicht realisieren können. Seine Truppe kann sich aber verdient auf die Fahnen schreiben, die Kleinsportanlage samt Sprunggrube gegenüber des Gymnasiums auf Vordermann gebracht zu haben.

Eine andere Gruppe "Weltverbesserer" zog Richtung Löderburger Bahn, wo aufgeräumt und gepflanzt wurde.

Eine vierte blieb auf dem Schulhof und setzte selbst mitgebrachte Blumen und Pflanzen in die Rabatten, um auch hier etwas zum allgemeinen Wohlgefallen beizutragen.

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