Für eine Ansiedlung in Staßfurt interessieren sich derzeit gleich mehrere Firmen. Darüber sowie über die anderen erfolgversprechenden Entwicklungen informierte der Wirtschaftsförderer der Stadt, Christian Schüler, Montagabend die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Sanierung, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt des Stadtrates im Rathaus.

Staßfurt. "Neben den holländischen Investoren, die den Bau von Gewächshausanlagen für die Produktion von Frühgemüse in der Nähe des Sodawerkes prüfen, gibt es mit einem deutschen Unternehmen nun noch einen zweiten Interessenten für dieses Projekt," sagte Schüler.

Ein Unternehmen aus der Internet- und Telekommunikationsbranche interessiere sich für ein Engagement in Förderstedt und ein weiterer Investor wolle in Staßfurt-Nord eine Baustoffproduktion einschließlich Vertrieb errichten.

Für die Biogasanlage mit Gasdirekteinspritzung, die die Firma Nordmethan am Ortsrand von Glöthe bauen wolle, werde in diesem Jahr das Prüfverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnlichen Vorgängen durchgeführt, kündigte der Wirtschaftsförderer an.

Nach den Jahren der Wirtschaftskrise verspürt er nun wieder eine intensivere Nachfrage von Investoren. "Pro Jahr gehen bei uns rund 20 Anfragen ein", sagte Schüler.

Nicht ohne Stolz berichtete er den Abgeordneten, dass im Jahr 2009 drei Unternehmen der Stadt große Erweiterungen vorgenommen haben. Dabei handelte es sich um Balfour Beatty Rail Signal GmbH in der Maybachstraße, STASSKOL Kolbenstangendichtungen GmbH in unmittelbarer Nachbarschaft sowie um das Achslagerwerk an der Liethe. Alle drei neuen Hallen stellen eine Gesamtinvestition von 13 Millionen Euro dar. Ferner ließ sich ein klein- beziehungsweise mittelständisches Unternehmen nieder.

Auch im vergangenen Jahr, so Schüler, sind drei kleine Firmen angesiedelt worden. Und die Firma TechniSat investierte in den Neubau eines modernen Kundenzentrums rund fünf Millionen Euro.

Zudem konnte ein Unternehmen in der Industriestraße etabliert werden. Dabei handele es sich um einen Anlagenbauer, sagte Schüler.

Mit dem bereits erfolgten Aufbau eines Solarparks, der eine Investition von elf Millionen Euro darstellt, habe man im Frühjahr ein weiteres Unternehmen an Staßfurt binden können.

Auch Gewerbegebiete erhalten Turbo-Internet

Um die infrastrukturellen Voraussetzungen für die heimische Wirtschaft zu verbessern, habe sich die Kommune das Ziel gestellt, bis 2013 auch die anderen Ortsteile, die derzeit noch unterversorgt seien, was eine schnelle Internetverbindung anbelangt, an das Hochgeschwindigkeits-Datennetz anzuschließen.

"Dabei legen wir verstärkt auch den Fokus auf die Gewerbegebiete, um dort attraktive Standortbedingungen zu schaffen", sagte der Wirtschaftsförderer und nannte besonders das Berlepsch-Schacht-Gelände sowie das Gewerbe- beziehungsweise Industriegebiet Staßfurt-Nord.

Zum Tätigkeitsfeld von Chris-tian Schüler gehört es auch, bestehende Unternehmen aufzusuchen und ihnen wenn nötig und möglich bei Problemen unter die Arme zu greifen. Im ersten Quartal besuchte Schüler insgesamt sechs Firmen.

Darüber hinaus präsentierte der Bereich Wirtschaftsförderung die Stadt Staßfurt und ihre touristischen Angebote auf der Internationalen Tourismusbörse, der größten Reisemesse der Welt, in Berlin sowie auf der Messe Reise, Freizeit, Caravan in Halle.

Weiterhin pflegte Schüler die Kontakte zum Wirtschaftsstammtisch und zum Kultur- und Freizeitstammtisch des Oberbürgermeisters und bereitete deren Treffen vor.

Wichtigste Betätigungsfelder des Wirtschaftsförderers und seiner Mitarbeiterin in diesem Jahr sind die Vorbereitung der ersten Berufsorientierungsmesse für die Jugendlichen der Stadt im September, die Machbarkeitsstudie für einen Anschluss des Gewerbegebietes Nordost an das Bahnnetz und eine Leerstandsanalyse.

"Zurzeit nehmen wir in der Steinstraße, in der Hohenerxlebener Straße und auf dem Prinzenberg alle leerstehenden Objekte auf. Diese Daten dienen als Grundlage für ein neues Einzelhandelsgutachten, das 2012 fertiggestellt werden soll. Das letzte stammt von 1997", sagte Schüler.

Bei den 19 Gewerbegebieten, die es in der gesamten Stadt gibt, werde man sich in Zukunft auf die erfolgversprechendsten Standorte konzentrieren, kündigte er an.