Nachdem der Verkauf der Schneidlinger Wasserburg vor knapp einem Monat geplatzt ist, weil es keine Bieter gab, hat sich noch immer kein Investor für das Objekt gefunden. Ein Auktionshaus ist aber nach wie vor bemüht, die Immobilie für den Eigentümer zu veräußern. Auch über Immobilienbörsen im Internet wird die Burg angeboten.

Schneidlingen. Ende März sollte die Schneidlinger Wasserburg ihren Besitzer wechseln. Die Deutsche Grundstücksauktionen AG hatte die Versteigerung der historischen Burganlage in die Wege geleitet. Geplant war, dass die Immobilie auf einer öffentlich angesetzten Auktion in einem Berliner Hotel unter den Hammer kommt. Daraus wurde aber nichts, weil es keine Bieter gab.

Die Burg gehört damit nach wie vor einem Unternehmer aus Ungarn, der das Objekt vor knapp drei Jahren zu Teilen kaufte, sich jetzt aber wieder davon trennen möchte.

Das mit der Veräußerung beauftragte Auktionshaus bietet die Immobilie auch nach der geplatzten ersten Versteigerung zum Verkauf an. "Im Zuge der Nachverkaufsfrist ist die Burg noch zu haben", teilte ein Sprecher des Vorstands von der Deutschen Grundstücksauktionen AG auf Nachfrage mit.

Potenzielle Käufer hätten die Möglichkeit, sich direkt beim Auktionshaus über das Objekt zu informieren. Darüber hinaus nutze das Unternehmen Möglichkeiten, die Burg über verschiedene Immobilienbörsen im Internet anzubieten.

Am Kaufpreis hat sich nichts geändert. Nach wie vor liegt er bei 49 000 Euro. In der Objektbeschreibung wird darauf verwiesen, dass die "ehemalige Wasserburg mit Bergfried" unter Denkmalschutz steht. Sie wird zudem als "stark sanierungsbedürftig" aber "attraktiv" eingestuft. Zur Historie heißt es: "Das Baujahr ist unbekannt. Erste urkundliche Erwähnung um 1324. Umfangreiche Umbauten 1611 bis 1617. Im 17. Jahrhundert war die Burganlage im Besitz des Halberstädter Domkapitels und um 1810 Preußische Staatsdomäne."

Weiter wird informiert: "Die Gebäude sind zustandsbedingt und nur in Teilbereichen zugänglich. Einige historische Details haben die Zeiten überdauert. Der ehemalige Wassergraben, der die Burg früher umgab, führte augenscheinlich zu Setzungen. Durch den langjährigen Leerstand, seit zirka 1983, sowie Nässeschäden, aufsteigende und eindringende Feuchtigkeit kam es unter anderem zu Schädlingsbefall an der Holzkonstruktion verbunden mit Deckendurchbrüchen etc. Installationen sind nicht mehr vorhanden oder unbrauchbar."

Verwiesen wird weiterhin auf Geld, das schon in die Sanierung der Burg geflossen ist. Dach und Turm sind in den 1990er Jahren erneuert worden. "Der Bergfried mit schiefergedecktem Turmhelm, funktionstüchtiger Turmuhr und Wetterfahne und der überwiegende Teil der Dacheindeckungen und -entwässerungen der anderen Gebäude wurde Anfang der 1990er Jahre mit Fördermitteln für umgerechnet 750000 Euro instand gesetzt."

Zudem macht das Auktionshaus in seiner Annonce darauf aufmerksam, dass es in Schneidlingen einen Förderverein gibt, der seit Jahren für den Erhalt der Wasserburg kämpft. In der Anzeige wird der Verein wie folgt erwähnt: "Er kümmert sich um die Anlage, schützt sie vor weiterem Verfall und führt Besichtigungen durch."

Wie lange der Nachverkauf läuft und was danach passiert, ist bisher unklar. Darauf angesprochen, wollte sich das Auktionshaus gestern nicht äußern.