Die Mitglieder des Vereins Nebenbahn Staßfurt-Egeln haben am Wochenende ihr viertes Bahnhofsfest veranstaltet. Dazu organisierten sie einen regulären Pendelverkehr nach Staßfurt.

Egeln. Viele Stunden vor der Eröffnung des Bahnhofsfestes war Heizer Dirk Vockeroth bereits auf der Dampflok der Baureihe 52. Damit sich die tonnenschwere Lok in Bewegung setzen kann, muss der Kessel geheizt werden. Ehrensache für den ehrenamtlichen Heizer, der eigentlich nahe bei Berlin wohnt.

Die Dampflok ist eine der Hauptattraktionen beim Bahnhofsfest. Immer wieder suchen die Besucher das Gespräch mit der dreiköpfigen Besatzung. Eigentlich sollte die Lok nicht so lange halten, weiß Lokführer Uwe Hüttner. Als sogenannte Kriegslok wurde sie schnell und billig gebaut. Überdauert hat sie dank der sorgfältigen Pflege trotzdem.

Während die Besucher die Dampflok bestaunen, klingelt bei Matthias Bunk das Telefon. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende hat Streckendienst. Immer wieder hält er Kontakt zu den Staßfurter Kollegen an den beiden Tagen, um eine Zugabfahrt oder -ankunft zu melden. Ein Schienenbus, landläufig auch "Ferkeltaxe" genannt, ist im Pendelverkehr zwischen Egeln und Staßfurt unterwegs. Familien können ihren Kindern bei den Sonderfahrten zeigen, wie einst die Fortbewegung funktionierte.

Es gibt aber auch eine ausgewachsene Diesellok zu bestaunen. Sie wird ebenfalls über die Gleise der Nebenstrecke fahren. Beim Rangierbetrieb geht es außerdem über die Schrankenanlage. Ein seltenes Bild für die Autofahrer, wenn sich die Schranken senken.

Der Verein Nebenbahn Staßfurt-Egeln habe die ganzen Loks und Wagen angemietet, sagt Matthias Buck. Das koste natürlich viel Geld, betont er. Außerdem müsse auch für die Nutzung der Gleise gezahlt werden, weiß der junge Mann, der selbst im Hauptberuf als Lokführer tätig ist.

In einem abgestellten Wagen am Bahnhof haben die Eisenbahnfreunde alte Signaltechnik ausgestellt. Wie früher die Kommunikation entlang der Strecke praktiziert wurde, lässt sich hier studieren. Gleich daneben haben es sich Pierre-Thomas Leutheuser und Alexander Lehmann gemütlich eingerichtet. Ihr Thema ist ebenfalls die Eisenbahn, nur sehr viel kleiner. Die Mitglieder der Cracauer Modellbahnfreunde haben eine Strecke in der Spur N aufgebaut. Gemächlich ziehen die kleinen Personen- und Güterzüge ihre Kreise auf der Platte. Gleichzeitig gibt es auch Wagen und Loks zu kaufen. Gleich ausprobiert werden die kleinen Modelle, wenn es ein Kunde verlangt. Hier ist das Interesse besonders bei den Kindern groß. Sie schauen sich den Miniaturbetrieb lange an. Rund 1000 Besucher zählten die Organisatoren bei ihrem Bahnhofsfest, sagte Matthias Bunk am Rande der zweitägigen Veranstaltung.

 

Bilder