Von Anja Keßler

Wolmirsleben. Das Erholungsgebiet Schachtsee Wolmirsleben ist verkauft. Gestern unterzeichneten ein Investor aus Leipzig und Bürgermeister Michael Stöhr den Kaufvertrag bei einem Notar. Der Campingplatz mit einer Größe von 2000 Quadratmetern wechselte für 50000 Euro den Besitzer.

"Wir sind froh, das Grundstück verkauft zu haben und denken, in dem Investor einen Mann gefunden zu haben, der seine konkreten Vorstellungen auch umsetzen wird", erklärte Michael Stöhr. Kurz vor Vertragunterzeichnung waren Vorwürfe gegen den Kaufinteressenten öffentlich geworden. "Wir wussten um das Vorleben des Investors", sagte der Bürgermeister. "Allerdings liegt das gut 20 Jahre zurück und wir haben uns auch in Aken, wo der Mann eine ähnlich Anlage wie hier betreibt, informiert." Von der dortigen Verwaltung wurde dem Investor nur Positives bescheinigt.

In Aken betreibt der Leipziger seit fünf Jahren das Strandbad Akazienteich. Dort soll er laut Mitteldeutscher Zeitung gemeinsam mit einer Brauerei mehr als eine halbe Million Euro investiert haben. Das Strandbad erhielt 2008 die Qualitätsplakette "Radfreundliche Unterkunft" des Tourismusverbandes Elbe-Börde-Heide.

An den Kaufvertrag sind keine Bedingungen von Seiten der Verbandsgemeinde geknüpft. Aber: "Wir haben eine Wertabschöpfungsklausel unterschrieben", so Stöhr. "Sollte der Käufer innerhalb von zehn Jahren den Campingplatz verkaufen, bekommen wir die Differenz bis Höhe des Verkehrswertes." Der liegt bei 215000 Euro, maximal könnte die Gemeinde im Fall eines weiteren Verkaufes also 165000 Euro einnehmen.

Auf eine gute Zukunft hoffen unter dessen die 120 Dauercamper am Schachtsee. "Wir akzeptieren die Entscheidung des Gemeinderates und den Verkauf", erklärte Manfred Fürst, Vorstand des Campingrates. Am Sonnabend will sich der Investor mit seinem Konzept auf der Versammlung der Camper vorstellen.

Die bereits bezahlte Pacht in Höhe von 65000 Euro geht anteilig an die Gemeinde und den Investor. Für das nächste Jahr werden neue Verträge geschlossen. Für die Gemeinde war der Zeltplatz in den vergangenen Jahren ein Zuschussgeschäft. "Durchschnittlich flossen 130000 Euro jährlich aus dem Gemeindehaushalt", so Stöhr.