Fehlender Platz, Gefahrenquellen und fehlende Stellflächen sind Gründe, warum man in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde über einen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für die Wehr in Etgersleben nachdenkt. Fest steht, das bereits bestehende Gebäude entspricht nicht mehr den Mindestanforderungern.

Etgersleben/Egeln. Das Gerätehaus der Feuerwehr Etgersleben entspricht schon lange nicht mehr den Anforderungen. Es ist klar, dort muss dringen eine Lösung her. Mehrfach wurde nun schon in Ausschüssen über das Thema Sanierung oder Neubau gesprochen. Erneut auf der Tagesordnung stand dieses Thema bei der Sitzung des Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz der Verbandsgemeinde Egelner Mulde in dieser Woche. Auch Kameraden der Etgerslebener Wehr waren anwesend und verfolgten die Diskussion.

Kosten miteinander verglichen

Gerald Schierhorn, Leiter des Baumamtes der Verbandsgemeinde, hatte dafür einmal eine grobe Gegenüberstellung vorbereitet. Die Ausschussmitglieder interessierte es natürlich sehr, welche Variante mit höheren Kosten verbunden ist. "Bei unseren Rechnungen hat sich herausgestellt, dass die Sanierung des Altbaus nicht wesentlich billiger ist, als ein Neubau", erklärte Gerald Schierhorn während der Sitzung. Die Kosten für eine Sanierung des bereits bestehenden Feuerwehrgerätehauses belaufen sich auf 475 000 Euro. Ein kompletter Neubau würde rund 510 000 Euro kosten. "Das heißt, die Differenz zwischen Sanierung und Neubau ist relativ gering und liegt bei 35 000 Euro", so Schierhorn weiter.

Bei der Kostenermittlung für einen Neubau gab es allerdings einige fehlende Punkte. Beim Neubau habe man eine Kalkulationssumme von 20 000 Euro für den Anschluss an das Wasser- und Abwassernetz mit eingerechnet. "Es ist noch nicht bekannt, wo das Objekt dann errichtet werden soll", machte der Bauamtsleiter deutlich. Kurz: ein geeignetes Grundstück wurde noch nicht gefunden. Bei der Planung hat man sich an bereits bestehende Feuerwehrhäuser orientiert. Eine detailgenaue Planung kann jedoch erst erfolgen, wenn ein Grundstück gefunden ist.

Risikoanalyse hat erst einmal Vorrang

Mehrere Vorschläge für einen geeigneten Standort sind auch schon gefunden. "Darüber müssen wir uns nun noch einmal unterhalten. Vorrang hat jetzt aber die Risiko- und Bedarfsanalyse, die in diesem Monat fertiggestellt und dem Landkreis übergeben werden muss. Wird diese von der Kommunalaufsicht bestätigt, läuft sie noch durch den Verbandsgemeinderat. Und erst dann können wir konkret werden", erklärte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr dazu.

Christian Boos, Vorsitzender des Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz, machte deutlich, dass auch die Mitglieder des Ausschusses zu einem Neubau tendieren. "Selbst wenn wir den Altbau sanieren, gibt es immer noch Punkte, die wir nicht weg diskutieren können", erklärte Boos. Dazu zählen unter anderem die verschiedenen Höhen innerhalb des Gebäudes, die für die Kameraden zu Gefahrenstellen werden können. Ein zweiter Punkt seien die fehlenden Stellplätze für die Kameraden. "Die sind einfach nicht vorhanden und auch nicht zu errichten. Ohne weite Wege oder Überqueren der Hauptstraße gibt es keine Möglichkeiten für die Kameraden, ihre Fahrzeuge abszustellen", so Boos weiter. Außerdem besteht in Etgersleben eine risikohafte Ausfahrtssituation für die Feuerwehrfahrzeuge. Und auch die effektive Größen innerhalb des Gebäudes liegen unter den Mindestanforderungen. Das heißt: die Stellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge sind viel zu klein und könnten wieder nur mit einer Ausnahmegenehmigung genutzt werden.

Auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Etgersleben plädieren für einen Neubau. Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück beteiligen sie sich und konnten schon mehrere Vorschläge machen. Nach der Sitzung schauten sie sich auch schon die erste Planung für einen eventuellen Neubau an.