Für 68 Jungen und Mädchen des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums wird der 14. Mai 2011 immer ein besonderer Tag sein – es ist der Tag ihrer Jugendweihe. Bei einer großen Festveranstaltung wurden sie am Sonnabend in zwei Durchläufen im Staßfurter Salzlandtheater in der Welt der Erwachsenen willkommen geheißen.

Staßfurt. "Ist das noch mein kleines Mädchen, dem ich vor kurzen die Tränen getrocknet und ein Eis gekauft habe", fragte sich Oberbürgermeister René Zok als er seine Tochter Paula am Sonnabend, dem Tag ihrer Jugendweihe, ansah. Im eleganten gelben Kostüm und weißen Hakenschuhen sah sie so gar nicht mehr wie ein Kind aus. Ganz im Gegenteil aus seinem kleinen Mädchen von einst ist eine junge Frau geworden.

So oder so ähnlich ging es wohl den meisten Eltern, als sie ihre Sprösslinge auf der Bühne des Salzlandtheaters betrachteten. Von den hilflosen Steppkes, die sie einmal waren, ist nicht mehr viel übrig. Lediglich der eine oder andere hilfesuchende Blick von der Bühne herab zu den Eltern erinnert daran, dass die Jugendlichen noch nicht ganz dem Elternhaus entwachsen sind. Aber selbst das wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Eltern sollen Wurzeln und Flügel geben

Während der Festansprachen, die im ersten Durchlauf von Oberbürgermeister René Zok und im zweiten von Prof. Peter Kaufmann gehalten wurde, raschelten in den von Eltern und Großeltern vollbesetzten Reihen des Theatersaales immer wieder die Taschentücher. In gewisser Weise zeichnete sich dafür auch das Jugendblasorchester, das die musikalische Umrahmung des Festaktes übernahm, verantwortlich. Schließlich schien es schier unmöglich, die Tränen zurückzuhalten, wenn Debussy oder Xavier Naidoo erklingt, während das eigene Kind auf der Bühne steht und offiziell vom Jugend- ins Erwachsenenalter schreitet. Auch die gehaltenen Festreden taten ihren Teil dazu bei und führten zu der ein oder anderen Träne, die den gerührten Muttis die Wange entlang kullerte. "Und plötzlich sind sie erwachsen", flüsterte eine Mama der nebensitzenden Oma ins Ohr.

Goethe habe einmal gesagt: "Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen", verwies OB Zok auf die Worte des Schriftstellers. "Wurzeln und Flügel." Die Wurzeln hätten die Gymnasiasten bereits. "Nun ist es jedoch an der Zeit fliegen zu lernen. Die Welt der Erwachsenen wartet."

Bei allem, was die jungen Erwachsenen erwartet, sollten sie jedoch nie ihre Wurzeln, sprich Heimat und Familie, vergessen.

"Das werden wir nicht", versprach Tanja Trautsch, die die Dankesrede im ersten Durchlauf hielt. Neben den Eltern, Großeltern und Geschwistern, bedankte sie sich vor allem beim Jugendweiheverein Staßfurt, der diesen Festakt liebevoll ausgestaltet hatte.