Grund zum Feiern hatten gestern die Kinder der Tagesstätte "Sandmännchen" in Staßfurt. Denn gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Arbeits- und Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) und Oberbürgermeister René Zok (parteilos) konnten sie ihre Einrichtung nach rund neunmonatiger Um- und Ausbauzeit offiziell wieder in Besitz nehmen.

Staßfurt. Ursprünglich sollte alles schon nach sechs Monaten fertig sein, sagte das Stadtoberhaupt. "Bei den Bauarbeiten trat aber die eine oder andere Sache, die sich verborgen hatte, ans Licht", sagte Zok und führte besonders die Fußböden und den Brandschutz auf.

Der Zeitverzug habe dem Projekt aber keinen Abbruch getan. In diesem Zeitraum gaben sich in dem 1972 errichteten Gebäude des Sodawerkes, das seit der Wende der Stadt gehört, die Handwerker die Klinke in die Hand. "Hier waren insgesamt zehn Gewerke tätig, davon kamen sechs aus Staßfurt und nur drei aufgrund ihrer Spezialisierung aus der Region", sagte der Oberbürgermeister.

Nach dem Einsatz von insgesamt 782 800 Euro, davon rund 254 000 Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung, ist der einstige DDR-Typenbau heute nicht mehr wieder zu erkennen. Damit haben die dort eingesetzten elf Erzieherinnen nun optimale Bedingungen für die Betreuung der insgesamt 134 Mädchen und Jungen in den Bereichen Kinderkrippe, Kindergarten und im Hort.

Das gleiche gilt auch für weitere 25 bis 30 Jugendliche, die diese städtische Einrichtung als Teenietreff nutzen, wobei sie von fünf Mitarbeitern, davon einem Festangestellten, angeleitet und beaufsichtigt werden.

"Besonders der völlig neugeschaffene Bewegungsraum ist unser ganzer Stolz", schwärmte die Leiterin der Kindertagesstätte Anne Lau.

Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist eine wärmedämmende Außenfassade mit einem neuen Farbanstrich und eine ordentliche Kinderwagenzufahrt. Dafür hat das Geld aber leider nicht mehr gereicht.

Deshalb nutzte der Oberbürgermeister die Anwesenheit des Ministers, um bei ihm für eine weitere Finanzspritze zu werben, damit das Projekt so schnell wie möglich komplett abgeschlossen werden kann.

Darüber hinaus bat Zok Norbert Bischoff um Unterstützung bei der Vorbereitung für den schon seit langem geplanten Neubau einer Drei-Feld-Sporthalle auf dem Gelände der Uhland-Grundschule, die sowohl dem Schul-, als auch dem Vereinssport dienen soll. Dann hätten auch die Handballer ein neues Domizil.

Der Minister verwies darauf, dass das Sportreferat laut Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD von seinem Hause in das Innenministerium wechseln werde. Er werde den Mitarbeitern aber einen entsprechenden Hinweis geben, versicherte Norbert Bischoff.

"Gerade die frühkindliche Bildung ist sehr wichtig"

Nach dem kleinen Programm, mit dem die Kleinen die Gäste begrüßt und erfreut hatten, dankte der Minister den Stadträten, dass sie sich dafür entschieden hatten, über 500 000 Euro aus dem Haushalt in die Sanierung der Kindertagesstätte "Sandmännchen" zu stecken. "Gerade die frühkindliche Bildung ist sehr wichtig", so Bischoff und lobte das Erzieherteam: "Das machen sie ganz gut. Sie sind ja Kompetenzzentrum dafür." Auf seine Pädagogen sei er mächtig stolz, sagte der Minister.

Seit der Wende, so fügte er hinzu, seien die Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt mit einem Investitionsaufwand von rund 150 Millionen Euro saniert worden. "Wir müssten noch einmal die gleiche Summe einsetzen, um alle auf den gleichen Stand zu bringen", sagte der SPD-Politiker.

Den Kindern wünschte der Minister, dass sie sich in den erneuerten Räumlichkeiten wohlfühlen, unheimlich viel lernen und dass es ihnen Spaß macht, die Einrichtung zu besuchen.

Die frühkindliche Bildung eines jeden Kindes ist das Grundanliegen der Kindereinrichtung "Sandmännchen". Sie hat mit Erfolg am Landesmodellprojekt "Qualifizierung von Kindertageseinrichtungen zu Kompetenzzentren frühkindlicher Bildung" sowie an einer externen Evaluation teilgenommen. Die Kita "Sandmännchen" wurde damit zu einem "Kompetenzzentrum für frühkindliche Bildung im Land Sachsen-Anhalt" ernannt.

Die Einrichtung arbeitet altersübergreifend. Die Kinder lernen in realen Lebenssituationen, in dem naturnahen und anregungsreichen Umfeld innerhalb und außerhalb der Kita. Dabei versteht sich die Erzieherin als Entwicklungsbegleiterin der Kinder.

Das bewusste Beobachten jedes Kindes, Gespräche mit den Eltern und Kollegen helfen, das individuelle Bild von jedem Kind zu erfassen und das persönliche Potential zu fördern. Eine fröhliche Atmosphäre ermöglicht den Kindern, sich geborgen zu fühlen und ihre Kreativität auszuleben.

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