Der Wasser- und Abwasserzweckverband "Bode-Wipper" Staßfurt hat verstärkt mit dem Diebstahl von Trinkwasser zu kämpfen. Darüber unterrichtete der Geschäftsführer Dr. Joachim Rosenthal die Mitglieder der
Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen
Dienstag.

Staßfurt. Trotz erheblicher Sanierungsarbeiten, die der Verband
in den vergangenen Jahren am Rohrnetz durchgeführt hat, nehmen die Wasserverluste einfach nicht ab, sagte Dr. Rosenthal.
Im vergangenen Jahr habe der Verband 20 Prozent mehr von dem kostbaren Nass von der Trinkwasserversorgung Magdeburg (TWM) GmbH eingekauft als er an seine Kunden verkauft hatte.

"Auf Rohrschäden sind diese Verluste nicht zurück zu führen", sagte der Geschäftsführer unter Hinweis auf Kontrollen in der Nachtzeit von 0 bis 2 Uhr. Da habe man feststellen können, dass das Netz dicht sei.

Dr. Rosenthal: "Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass Wasser illegal entnommen wird." Er habe Hinweise zu zwei Fällen aus Löbnitz und Kroppenstedt bekommen. Allerdings würden sich die Zeugen weigern, konkrete Angaben zu machen, damit gegen die Täter vorgegangen
werden könne.

Im vergangenen Jahr habe der Verband den Wasserdiebstahl mehrmals bei der Polizei angezeigt. Einer der Täter sei mit einer gemeinnützigen Spende an einen Verein davongekommen. Alle anderen Verfahren seien eingestellt worden.

Amesdorf und Löderburg gestrichen

Auf die geplanten Investitionen in der Trinkwassersparte eingehend, teilte Dr. Rosenthal mit, dass man die noch nicht fertiggestellten Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr nun beendet habe. Dazu gehörten die Neue Straße, die Parkstraße und die Emil-Grupe-Straße in
Staßfurt. "Restarbeiten wurden im Bereich der Zollstraße durchgeführt", so der Verbandschef. "Nach Informationen der Stadt Güsten erfolgt
auch in diesem Jahr kein Straßenausbau in der Siedlung im Ortsteil Amesdorf. Dafür waren von der Verbandseite her 65 000 Euro eingeplant gewesen", fügte er hinzu.

Dafür habe die Verbandsgemeinde Egelner Mulde mit dem grundhaften Ausbau der Ringstraße in Borne für eine Überraschung
gesorgt. Hier sei wegen des Zustandes und der Tiefenlage
der Leitungen eine teilweise Neuverlegung der Hauptleitung und der alten Hausanschlüsse erforderlich.

Dr. Rosenthal: "Die Arbeiten am Bahndüker in der Moor- und Industriestraße in Staßfurt werden zur Ausschreibung vorbereitet."
Auch die Kastenstraße im Staßfurter Ortsteil Löderburg werde nach Aussagen von Oberbürgermeister René Zok (parteilos) 2011 wahrscheinlich nicht mehr ausgebaut. Der WAZV-Wirtschaftsplan habe
dafür 38 000 Euro bereitgehalten.

Kanal-Sanierung soll Fremdwasser abhalten In der Abwassersparte werden durch den Erlass des Finanzministers bis zum Monatsende
keine Fördermittelbescheide für Straßenbau-, Naturschutz- und
Abwassermaßnahmen eingereicht.

Deshalb habe der Verband kurz nach dem Bekanntwerden Anträge auf vorzeitigen Maßnahmebeginn gestellt. Die Genehmigung stehe zwar noch aus.

Es sei aber zugesichert worden, dass das Land die beantragten Projekte bezuschussen werde, teilte Dr. Rosenthal mit.
Zurzeit erfolge der Kanalbau im Ascherslebener Ortsteil Schackenthal und in der Zollstraße in Staßfurt. Am 19. April sei die Kanalisation der Siedlung und der Kreisstraße in Giersleben gestartet.
"Leider kann sich die Stadt Staßfurt nach dem derzeitigen Haushaltsplan nicht an dem Bau des Stauraumkanals im Pappelweg beteiligen. Dadurch kann diese Maßnahme in diesem Jahr nicht in Angriff genommen werden", bedauerte Dr. Rosenthal.

Seinen Worten zufolge werden derzeit vom Verband wegen der hohen Fremdwassereintritte mehrere Schächte im Staßfurter Ortsteil Atzendorf saniert. Geplant sei eine Schachtsanierung ebenfalls in der Leitung
von Klein Schierstedt (Stadt Aschersleben) nach Giersleben.
Derartige Arbeiten erfolgen laut Verbandsgeschäftsführer auch
im Gebiet des ehemaligen Abwasserzweckverbandes
"Bodeniederung".
Die durchzuführenden Reinvestitionen des privaten Betreibers, der WTE Wassertechnik Betriebsgesellschaft mbH Gaensefurth, werden
planmäßig nach Ausschreibung der einzelnen Leistungen durchgeführt