Staßfurt braucht einen zentralen Anlaufpunkt für Ehrenamtliche, für jene, die es werden wollen und für die, die die Hilfe Ehrenamtlicher benötigen. Konkret: Staßfurt fehlt eine Koordinierungsstelle für Freiwilligenarbeit. Diese soll nun im Mehrgenerationenhaus am Luisenplatz geschaffen werden. Monika Zuber, Mitarbeiterin der Einrichtung, wird die Leitung der Koordinierungsstelle übernehmen.

Staßfurt. Kaum eine Einrichtung kommt heutzutage ohne ehrenamtliches Engagement aus. Auch im Raum Staßfurt gibt es viele hilfsbereite, kreative und fleißige Menschen, die aus Spaß an der Freude an Projekten, in Vereinen und bei Veranstaltungen mitwirken. Bisher hat niemand einen Überblick darüber, wer, was, wann, wo macht. Ebenso wenig weiß man, wo unter Umständen noch Hilfe gebraucht wird. Das soll sich nun ändern.

"Wir brauchen einen Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen"

"Engagement braucht Wissen, Struktur und Gelegenheit", weiß Monika Zuber, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Staßfurter Mehrgenerationenhauses. Und genau an dieser Stelle soll ein neues Projekt der Einrichtung ansetzen. Geplant ist die Etablierung einer Koordinierungsstelle, die rund um das Thema "Ehrenamt" aktiv ist.

"Wir brauchen einen Anlaufpunkt für alle", so Zuber. "Einen Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen." Und das wird vorerst das Mehrgenerationenhaus sein. An jedem letzten Donnerstag im Monat – erstmals am 30. Juni, 16 Uhr – soll Ehrenamtlichen und jenen, die die Hilfe Ehrenamtlicher benötigen, die Gelegenheit geboten werden, miteinander ins Gespräch zu kommen und Projekte zu initiieren. Vereine seien hier ebenso angesprochen zu kommen wie Familien, Alleinerziehende, Großeltern, Schulen und Begegnungsstätten.

"Spricht man eine Gruppe an, fühlt sich zumeist keiner angesprochen"

"Die Idee, die hinter dem Projekt steht, ist die Bildung eines Netzwerkes", erklärt Susanne Schmeißer, Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Man müsse sich kennenlernen, die Menschen mobilisieren, ziel- gerichtet ansprechen und herausfinden, wo Bedarf ist und wie man diesen decken kann.

Als Mitstreiter haben Monika Zuber und Susanne Schmeißer beispielsweise die Urania und den Frauentreff Laura ins Visier genommen. Auch eine Kooperation mit der Ganztagsschule Am Tierpark, die für ihre nachmittägliche Betreuungszeit ehrenamtlich engagierte Projekthelfer sucht, sei geplant. Zudem habe die ehemalige Fachdienstleiterin Marianne Nebel ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Auch Christine Fischmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Staßfurt, will an dem Projekt mitwirken. "Wir müssen zielgerichtet auf die Menschen zugehen", rät sie. Spreche man schließlich eine Gruppe an, fühlt sich zumeist keiner angesprochen.

Übrigens: Entstanden ist die Idee zur Gründung einer Koordinierungsstelle im Zuge des Projektes "Engagierte Nachbarn" der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt. In diesem übergeordneten Projekt erhalten Menschen bedarfsorientierte Weiterbildungen, um ehrenamtliche Projektideen umzusetzen. Monika Zuber hat an diesen Schulungen teilgenommen. Sie wird gemeinsam mit Susanne Schmeißer künftig die Leitung des Staßfurter Projektes übernehmen.

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