Schweren Herzens wird der Mann an der Spitze des Kleingartenvereins "Goldene Aue" in Hecklingen zum Ende des Sommers in diesem Jahr den Vorsitz abgeben. Peter Knauf tritt zurück. Für den Gartenfreund kein leichter Entschluss. Seinem kleinem grünen Paradies, dem Vorstand und einem zweiten Hobby wird er künftig aber weiter die Treue halten.

Hecklingen. Jetzt, da das Wetter die Pflanzen mit viel Sonne verwöhnt, verbringt Peter Knauf fast jede freie Minute auf seiner kleinen Insel. Sie grünt und blüht. Blumen, wohin das Auge blickt. Daneben Tomaten, Gurken, Kartoffeln, viele Erdbeerpflanzen mit reifen Früchten "Wir sind Selbstversorger", meint Knauf schmunzelnd. In der Tat: Auf 580 Quadratmetern hat der noch amtierende Vorsitzende des Kleingartenvereins "Goldene Aue" für sich und seine Familie über Jahre ein kleines Paradies geschaffen. "Ein Ruhepol", wie er sagt. Im Sommer hält ihn und seine Frau nichts in den vier Wänden. "Die frische Luft, das schöne Wetter" schwärmt Knauf für sein liebstes Hobby.

"Wir sind Selbstversorger"

Über den Großvater habe er schon als Kind die Liebe zum Gärtnern entdeckt, erinnert sich Knauf, der "Leopoldshaller" ist, wie er selbst von sich sagt, später aber nach Hecklingen zog. Dort pachtete er als damals 30-Jähriger seine eigene Parzelle in der "Goldenen Aue". Das war vor 41 Jahren.

Sein Interesse für die Gartenarbeit, für Pflanzen, den Anbau von Gemüse und die Eigenheiten der einzelnen Gewächse ist seitdem stetig gewachsen. Der Austausch mit Gleichgesinnten im Verein ebenso. Seit vielen Jahren engagierte sich der Mann mit dem grünen Daumen im Vorstand des Hecklinger Kleingartenvereins. Im Jahr 2000 wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt, übernahm inoffiziell, so heißt es, die Leitung des Vereins. Amtlich ist seine Position an der Spitze seit 2006. "Ohne bestimmte Mitstreiter wäre vieles, was seitdem gemeinsam auf die Beine gestellt wurde, nicht möglich gewesen", ist sich der Wahl-Hecklinger sicher. Die Gangwarte, die Kassiererin, der gesamte Vorstand und viele weitere Helfer – sie alle haben dem Chef zufolge Anteil an der Entwicklung des Vereins. Sommerfeste wurden mit den Mitgliedern gefeiert, Herbstfeuer organisiert. Vieles gehe auf die Initiative des Vorstandes zurück, lobt Knauf die Arbeit des Gremiums. Als besonderen Höhepunkt in der Zeit seiner leitenden Funktion hebt er das 80-Jährige Bestehen des Kleingartenvereins, den es seit 1926 gibt, hervor. Alles in allem habe ihm seine Arbeit viel Freude bereitet, auch wenn die Umstände heute nicht einfacher seien als früher.

Vom Entschluss nach über zehn Jahren an der Spitze des Vereins vom Vorsitz zurückzutreten, will der Gartenfreund sich nicht abbringen lassen. "Er steht fest." Nach dem Sommerfest im Juli, spätestens im August möchte er sein Amt abgeben, dem Vorstand als Mitglied aber weiterhin die Treue halten.

"Kleingärtner ist man das ganze Jahr"

Wer Knaufs Nachfolger wird, steht noch nicht fest. "Ich hoffe, dass sich jemand findet", ist der noch leitende Kleingärtner optimistisch. Im Januar dieses Jahres feierte er seinen 70. Geburtstag. "Damit bin ich im Moment der Vorsitzende im Kleingartenverein ¿Goldene Aue‘ mit dem höchsten Alter", begründet er, auch wegen der Gesundheit ein bisschen kürzer treten zu wollen.

Sein Garten gibt ihm auch weiterhin Entspannung. Und nebenher schwärmt der Naturliebhaber für ein zweites Hobby. Die Historie seiner Heimatstadt Staßfurt hat es ihm angetan. Seit 1999 ist er auf den Straßen und Plätzen als ehrenamtlicher Stadtführer unterwegs. Das soll auch künftig so bleiben. Für das Stadt- und Bergbaumuseum will er weiterhin arbeiten. "Um den Leiter in seiner hervorragenden Tätigkeit zu unterstützen", begründet der Geschichtsfan. Möglicherweise vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn im Kleingarten weniger anliegt? "Nein, Kleingärtner ist man das ganze Jahr."