Jenen Kindern ein kleines Ferienlager anzubieten, deren Eltern nicht in den Sommerurlaub fahren können, das ist die Idee, die hinter dem " Bungalow-Projekt " des Jugendstammtisches Staßfurt ( JUST ) steht. Den Bungalow dazu gibt es bereits, allerding ist er bisher vollkommen unmöbliert. Gestern stellten die Vertreter der Staßfurter Jugendeinrichtungen der Landtagsabgeordneten Eva von Angern ihr Projekt vor. Diskussionen über Förderprogramme und andere Finanzierungsmöglichkeiten ließen Ernüchterung zurück.

Staßfurt. Ein flinker Griff zu Scheckbuch und Kugelschreiber, ein paar hohe Zahlen notiert und schon hätten die Mitarbeiter der freien und städtischen Jugendeinrichtungen einige Sorgen weniger.

Ein Wunschtraum, den leider auch die Landtagsabgeordnete Eva von Angern nicht erfüllen konnte.

Die Linke-Politikerin machte gestern anlässlich ihrer Kinder- und Jugendkommunaltour Halt im Staßfurter Strandsolbad, genaugenommen in einem kleinen Bungalow hinter dem Hauptgebäude, Station.

Kühl, kahl und unmöbliert präsentierte sich der Bungalow der Landtagsabgeordneten. Ein Tisch und Holzbänke füllten den Raum, eine kleine mobile Heizung schaffte es nicht den Raum zu heizen. Dem Abhilfe zu schaffen, ist eines der gesteckten Ziele des Jugendstammtisches Staßfurt. Vertreter beinah aller freien und städtischen Jugendeinrichtungen waren gekommen, um der Landtagsabgeordneten ihr Projekt vorzustellen.

Der Bungalow, der sich in den Händen der Stadtjugendpflege befindet, wurde vor zwei Jahren saniert. Seither steht er im wahrsten Sinne des Wortes leer. Es ist keinerlei Mobiliar vorhanden.

" Traurig ", finden das die JUST-Mitglieder und streben noch für dieses Jahr eine Nutzung für die Ferienfreizeiten an. " Der Bungalow soll von Kindern genutzt werden, deren Eltern nicht in den Urlaub fahren können ", erklärt Stadtjugendpflegerin Nicole Netwall das Konzept. Es könnten bis zu zwölf Schlafplätze geschaffen werden, vorrausgesetzt der Jugendstammtisch findet Mittel und Wege der Finanzierung. Was benötigt wird, das sind in erster Linie stabile Etagenbetten. Aber auch Stühle, Schränke und Tische werden gebraucht. Auch wenn Eva von Angern hierfür keine Schecks verteilen konnte, gab sie einige wichtige Hinweise zu Förderprogrammen und zur Anerkennung unbarer Leistungen.

Dennoch sind die Mitarbeiter der Jugendeinrichtungen frustriert. " Wir rennen von einem Förderprogramm zum nächsten ", benennt Ralf-Peter Schmidt, Sozialpädagoge und Linke-Stadtrat, das Problem. Die Hoffnung auf die Finanzierung des " Bungalow-Projektes " schwindet zunehmend.

Eine frühere Ausschreibung beziffert die benötigte Summe auf mehr als 8000 Euro.

Unwahrscheinlich, dass bis zum Ferienbeginn der Bungalow bewohnbar gemacht werden kann, denn neben dem Stadtsäckel sind eben auch alle anderen Säckel leer. Ebenso leer wie der Bungalow.

" Letztenendes werden wir wieder auf Spenden angewiesen sein ", vermutet Doris Kirschner vom Staßfurter Teenie-Treff.