Staßfurt. Der Kreistagsabgeordnete Dr. Manfred Püchel ( SPD ) appelliert an seine Kollegen, der von der Landkreisverwaltung geplanten Schließung der Notarztstandorte in Staßfurt und Egeln in der morgen um 17 Uhr im Sparkassenschiff in Staßfurt stattfindenden Sitzung des Kreisparlaments nicht zuzustimmen.

" Eine Aufgabe beider Stationen würde zu Lasten der Bürger des Altkreises Staßfurt gehen, weil die Zeiten, in denen der Notarzt beim Patienten eintrifft, sich dadurch teilweise verdoppeln. Doch gerade in lebensbedrohlichen Situationen, wie zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an ", sagte Püchel. In diesem Zusammenhang verwies der SPD-Politiker, der bis 1990 als Laborleiter am Krankenhaus Bahrendorf tätig war, auf Expertenaussagen, wonach mit jeder Minute, in der ein Kammerflimmern oder Kreislaufstillstand nicht mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung behandelt werde, die Chancen für eine erfolgreiche Genesung des Patienten um zehn Prozent sinken. " Nach bereits sechs bis acht Minuten fehlender Sauerstoffversorgung treten schwere irreversible Schäden am Hirn auf ", warnte Dr. Püchel.

Aus seiner Sicht könne man hier schlecht von einer Reform sprechen, wenn man am Ende 700 000 Euro mehr ausgibt als vorher, sich die Situation in einem Teil des Kreises aber weiter verschlechtert. " Mit diesem Geld sollte es möglich sein, den Notarztstandort Calbe auf einen 24-Stunden-Betrieb aufzustocken, im Altkreis Staßfurt aber den status quo zu belassen ", sagte Dr. Püchel.